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| 16:01 Uhr

Aktion gegen Abfall in der Natur
Angler sammeln Müll am Stausee ein

Mehr als zehn Kubikmeter Müll sind am Wochenende bei der Aufräumaktion an der Talsperre Spremberg zusammengekommen.
Mehr als zehn Kubikmeter Müll sind am Wochenende bei der Aufräumaktion an der Talsperre Spremberg zusammengekommen. FOTO: Andre Müller / Hidden Visitors / Andre Müller
Spremberg/Cottbus. Teilnehmer aus Spremberg und Cottbus fanden Gummipuppe und etliche Reifen.

Eine Sexgummipuppe gehört zu den Fundstücken, die eine Gruppe von Karpfenanglern beim Aufsammeln des Mülls am Spremberger Stausee entdeckt hat. 23 Leute aus Spremberg und Cottbus nahmen an der Aktion teil. Zu ihnen zählte Paul Havenstein, der in Spremberg lebt. „Ich kenne den Stausee ganz gut“, sagt er. „Wir hatten unsere Aktion zuvor mit Rathaus-Mitarbeiterin Doritha Drews abgeklärt, die für uns die Müllsäcke organisierte.“

Bei Sellessen sammelte die Anglergruppe auf einem Streifen von 500 Metern mehr als zehn Kubikmeter Abfall ein. Neben der Gummipuppe fanden sie etliche Reifen, einer davon mit Zigaretten gefüllt. „Wir gehen davon aus, dass es sich um Schmuggelware handelte“, erklärt Paul Havenstein. Außerdem verstauten die Teilnehmer unzählige Plastikflaschen, alte Eimer und Arbeitsschutzhelme in den Müllsäcken. Sie reinigten die Schilfgürtel, in denen sie vor allem Schwemmgut aus den vergangenen Jahren fanden.

Paul Havenstein sagt: „Da ist immer noch viel zu tun, zumal am Stausee Mülleimer fehlen.“ Deshalb plane die Gruppe der Karpfenangler einen weiteren Einsatz, vielleicht noch in diesem Jahr.

So berichtet Andre Müller aus Cottbus, der ebenfalls teilnahm: „Die Aktion war sehr erfolgreich.“ Deshalb biete es sich an, sie zu wiederholen, dann hoffentlich auch mit einer größeren Gruppe.

Über das Heranwachsen einer illegalen Mülldeponie am Spremberger Stausee hatte sich schon im Jahr 2016 Günther Chlod aus Bühlow beschwert. Autoreifen, die im Wasser schwimmen, Konservendosen und Milchbehälter – das alles beeinträchtige die Umwelt. Dabei trägt die Gegend sogar den offiziellen Titel eines Naturschutzgebietes, das sich über eine Fläche von rund 987 Hektar erstreckt. Gemäß des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes sind dort „alle Handlungen verboten, die das Gebiet, seinen Naturhaushalt oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen, verändern oder nachhaltig stören können“. Bei Verstößen droht eine Geldbuße bis zu 50 000 Euro.