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| 16:08 Uhr

Verfahren am Landgericht
Angeklagter äußert sich in Prozess um Attacke in Klinik

Spremberg/Cottbus. Im Gerichtsprozess um einen Angriff auf einen weiteren Patienten der Spremberger Psychiatrie hat sich am Donnerstag der Angeklagte geäußert. Zu seinen Zukunftsplänen befragt, sagte der 34-Jährige, er wolle wieder arbeiten.

So hoffe er auf einen Minijob oder eine Stelle in einer Behindertenwerkstatt. Das Cottbuser Landgericht verhandelt über einen Fall, der sich am 1. Januar 2017 im Krankenhaus ereignete. Der Angeklagte soll versucht haben, einen anderen Patienten der Psychiatrie nach einem Streit zu erwürgen. Mehrere Zeugen bestätigten bei Verhandlungsterminen in den vergangenen Monaten, dass sich diese Attacke ereignet habe. Nach Angaben des Sachverständigen Dr. Jürgen Rimpel leidet der Angeklagte unter paranoider Schizophrenie. Der Fachmann sprach sich am Donnerstag dafür aus, den Paragrafen 67h des Strafgesetzbuches in Betracht zu ziehen. Demnach kann die Unterbringung in einem Maßregelvollzug für eine Dauer von höchstens drei Monaten wieder angeordnet werden, wenn sich der Zustand der entlassenen Person akut verschlechtert. Zu welchem Urteil das Gericht in diesem Fall kommt, wird sich nach weiteren Zeugenaussagen im Oktober zeigen. Der Angeklagte sieht sich mit dem Vorwurf versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung konfrontiert. Im August hatte der Sachverständige dem Mann „große soziale Kompetenzdefizite“ und „langfristig keine günstige Prognose“ bescheinigt. Allerdings hätten die betreuenden Institutionen es versäumt, ihn auf eine mögliches Leben nach dem Maßregelvollzug vorzubereiten, in dem er sich derzeit aufhält.