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| 17:15 Uhr

Tipps und Tricks
An der BOS wird es handwerklich

 Die Polizei des Landes Brandenburg auf der Ausbildungsbörse in der BOS (Berufsorientierende Oberschule) in Spremberg ebenfalls wieder vertreten, denn auch dort geht es mitunter handfest her.
Die Polizei des Landes Brandenburg auf der Ausbildungsbörse in der BOS (Berufsorientierende Oberschule) in Spremberg ebenfalls wieder vertreten, denn auch dort geht es mitunter handfest her. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Die Ausbildungs- und Studienbörse steht bevor und das Handwerk steht besonders im Fokus. Von Marcel Laggai

Am kommenden Sonnabend, 21. September, findet die mittlerweile 18. Auflage der Ausbildungs- und Studienbörse an der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg (BOS) statt, die in diesem Jahr mit etwas mehr als 40 Ausstellern und einer handfesten Neuerung punkten möchte. Diesmal wird es auf dem Schulgelände nämlich erstmals eine sogenannte „Probierstraße“ geben. „Hier können die Jugendlichen selber Tätigkeiten aus Handwerksberufen ausführen und die eigene Geschicklichkeit testen“, heißt es dazu in der Presseerklärung der Agentur für Arbeit Cottbus.

Die Agentur ist langjähriger Partner der Börse und plane mit der „Probierstraße“ die Attraktivität von handwerklichen Berufe zu steigern, erklärt Anja Schilde, die als Pressesprecherin bei der Agentur für Arbeit direkt in die Vorbereitungen für die Ausbildungs- und Studienbörse involviert ist. „Im kleineren Rahmen, etwa beim Papierschöpfen, hatten wir in den Vorjahren zwar auch schon Mitmach-Angebote, aber durch weitere Probier-Stände wollen wir den Spaß am Handwerk wecken“, heißt es von Anja Schilde. Durch das Ausprobieren von Dingen und den direkten Kontakt könne bestenfalls ein erstes Interesse bei den jungen Leuten geweckt werden, fügt die Pressesprecherin hinzu.

Neugierige können sich bei diesem Informationstag beispielsweise am Errichten einer Trockenbauwand oder dem Bearbeiten von Dachschindeln ausprobieren. „Mit dem handlungsorientierten Ansatz versuchen wir, kleine Impulse bei den potenziellen Azubis oder Schülern zu setzen“, so Anja Schilde, die die Messe auch als Möglichkeit der Orientierung verstehen möchte. Gerade beim Finden von Praktikumsplätzen würden es sich die Schüler mitunter nicht leicht machen.

Im Fokus steht allerdings das Finden einer Lehrstelle. Im gesamten Spree-Neiße-Kreis sind derzeit 289 Stellen unbesetzt. „Ursprünglich waren es 692 Stellen, für die insgesamt 654 Bewerber und Schulabgänger.“ Auch nach Start des diesjährigen Lehrjahrs sind allerdings noch immer 153 Bewerber ohne eine Stelle. Demzufolge wird die Messe auch stets dafür genutzt, um sich als Ausbildungsbetrieb zu präsentieren. Denn anders als noch vor Jahren, müssen Betriebe mittlerweile aktiv um „Nachwuchs“ werben, wie Anja Schilde aus Erfahrung weiß. „Darum ist der Aussteller-Andrang bereits im Vorfeld riesengroß.“

Dass sich die Rahmenbedingungen für die Ausbildungsbetriebe geändert haben, hat auch der stellvertretende Schulleiter der BOS, Roland Wolter, bereits festgestellt. „Konnten die Betriebe sich vor Jahren aus einem vollen Bewerber-Pool ‚bedienen’, hat sich die Situation heutzutage fast schon gedreht.“ Daher stehe man in engem Kontakt mit den Kooperationspartnern, um auch schulisch lenkend einzugreifen und die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten, betont Wolter, der die Verzahnung von Schule und den Ausbildungsinstitutionen als Win-Win-Situation für alle Seite sieht. „Darüber hinaus begegnet man sich bei uns auf Augenhöhe, weil sie durch ihre Größe einen recht persönlichen Charakter hat.“

Doch einfach nur umherschlendern und Werbegeschenke einsammeln, kommt in Spremberg nicht infrage, betont Wolter. „Die Jugendlichen bekommen von uns klare Arbeitsaufträge, um die unterschiedlichen Berufsbilder der Messe möglichst von allen Seiten zu beleuchten.“ Ob Perspektiven, Gehälter oder schulische Grundvoraussetzungen, all diese Dinge gilt es zu klären – in persönlichen Gesprächen. Diese Informationen geben den Jugendlichen die Möglichkeit, schulisch nochmals nachzujustieren, um die Anforderungen zu erfüllen oder sich auf einen Plan B vorzubereiten, erklärt der stellvertretende Schulleiter, denn: „Meist legen sich die Schüler auf nur einen Berufswunsch fest und verbauen sich dadurch andere Chancen.“