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Amsterdamerin schafft Weltrekord in Spremberg

Mehr als 20 Kinder haben sich am ersten 48-Stunden-Schwimmen in Spremberg beteiligt und Distanzen zwischen 100 und 22 100 Metern geschafft. Foto: Detlef Bogott/dbo1
Mehr als 20 Kinder haben sich am ersten 48-Stunden-Schwimmen in Spremberg beteiligt und Distanzen zwischen 100 und 22 100 Metern geschafft. Foto: Detlef Bogott/dbo1 FOTO: Detlef Bogott/dbo1
Spremberg. Der Aufwand der Spremberger Wasserwacht hat sich gelohnt: 100 Schwimmer aus dem In- und Ausland gingen beim europaweit ersten offenen 48-Stunden-Schwimmen in Spremberg an den Start. „In zwei, drei Jahren treffen wir uns wieder für 48 Stunden“, versichert Wasserwacht-Chef Peter Reininger. Von Detlef Bogott und Annett Igel

Abtauchen, Wende - und weiter kraulen die Schwimmer. Gibt Peter Reininger die Zwischenstände durch, sind die Besten längst fünf Kilometer weiter. Während in den zwei Innenbahnen hart gegen die Uhr geschwommen wird, kämpfen Neunjährige in den Außenbahnen um jeden Meter. Manchmal schiebt ein Sportler die Schwimmbrille für eine Pause nach oben. "Ist die Hundert voll?" Die Kampfrichterin rechnet auf der blauen Starterkarte. "Noch 350 Meter - dann ist die Tausend voll", spornt sie an. Zügig überholt die Oberfränkin Claudia Eckardt. Für ihre 66 Kilometer sucht sie nun Sponsoren, das Geld will sie den Erdbebenopfern in Japan spenden.

Die Stimmung beim ersten 48-Stunden-VolksbankSchwimmen war toll. Bislang ist nicht bekannt, dass es eine derartige Veranstaltung offen für alle schon irgendwo gegeben hat. "Freunde haben uns für verrückt erklärt, als sie von unserem Vorhaben hörten", sagt Peter Reininger. Zwei Weltrekorde kann er nun verkünden: Die in Dänemark geborene und in Amsterdam lebende Grith Sigsgaard schwamm 100 000 Meter, und bei den Männern hält Jan Alsleben aus Senftenberg mit 75 100 Metern den Weltrekord. Bestes Team wurde die Wasserwacht Senftenberg mit 476 000 Metern vor der Wasserwacht Spremberg und dem Schwimmverein Chemie Guben.

Besonders dankbar ist Peter Reininger den 50 Helfern. "50 Stunden waren einige durchweg auf den Beinen", sagt er.

Stephan Menzebach, Vorstand des Hauptsponsors Volksbank Spree-Neiße, bekommt viel Beifall, als er zusichert, für ein zweites 48-Stunden-Schwimmen wieder in den Startlöchern zu stehen. Und Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) gibt Spremberger Schwimmhalle erneut dafür her.

Jörg Leminski (48) aus Divitz-Spoldershagen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Wasserqualität beeindruckt: "Ich kenne andere Veranstaltungen, wo der Chlorgehalt zu hoch ist, was das Atmen erschwert." Michael Langemann (44) aus Duisburg hat nach 50 Kilometern Muskelkater. "Ich habe nette Leute kennengelernt", sagt er. Stefanie Raak (29) aus Guben kommt nach 17,4 Kilometern gern wieder. ,,Hier wird auf die Leute eingegangen. Versorgung und Aufsicht waren sehr gut", lobt sie. Grith Sigsgaard (39) freut sich nicht nur über ihren Weltrekord: "Die Menschen und die Organisation hier sind große Klasse", sagt sie.

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Die ErgebnisseGewonnen haben in folgenden Altersklassen:AK 12 Nadja Krüger (22 100 Meter) und Justin Dahl (21 000), AK 18 Rafaela Reinhold (40 400) und Nico Wildemann (27 000), AK 30 Claudia Eckardt (66 000), Peter Zimmermann und Simon Schurig (beide 70 000), AK 45 Grit Sebastian (62 000) und Jan Alsleben (75 100), AK 60 Gerda Pietrucha (42 600) und Jörg Leminski (70 000), Senioren - Volker Lange (1200). Die Siegerpokale der Nacht gingen an Claudia Eckardt, Grit Sebastian, Jan Alsleben und Simon Schurig.