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| 17:57 Uhr

Kegeln
Friedrichshain hält die Spannung bis zum letzten Wurf

Auch wenn die Friedrichshainer gegen den FEB Amberg verloren haben, können sie lächeln. Leicht haben sie es dem Bundesligisten nicht gemacht.
Auch wenn die Friedrichshainer gegen den FEB Amberg verloren haben, können sie lächeln. Leicht haben sie es dem Bundesligisten nicht gemacht. FOTO: LR / Annett Igel-Igel
Friedrichshain. Ambergs Bundesliga-Kegler haben die anspruchsvolle Bahn genossen – und als Team noch einen neuen Bahnrekord hinterlassen. Von Annett Igel-Allzeit

„Lucky Razzibuzz“, „Stimmung Erotik Fischbrötchen“, „Wir kommen aus der Grube. Wir kommen aus dem Schacht. Acht“ Bei solchen Sprüchen hat die Kegelhalle in Friedrichshain gebebt. Der Deutsche Kegelbund Classic (DKBC) macht es mit seinem Pokal möglich, dass ein Bundesligist wie der FEB Amberg 450 Kilometer übers Land fährt, um gegen einen Verbandligisten wie Grün-Weiß Friedrichshain zu spielen. Vielleicht hat niemand geglaubt, dass die Friedrichshainer das Spiel gewinnen können. Doch die Jungs um Mannschaftsleiter Stefan Mitrenga halten die Spannung bis zum Schluss.

Mit 3343 zu 3184 Kegeln gewinnen die Amberger erwartungsgemäß. Sie überspielen mit 109 Kegeln den Mannschaftsbahnrekord in Friedrichshain. Nur den Einzelbahnrekord von 603 Holz darf der junge Mitrenga behalten. Der Beste in Ambergs Reihen – Milan Wagner, tschechischer Landesmeister – kommt mit 596 nicht über die magischen 600. Sein Mannschaftsleiter Michael Wehner kann das schmunzelnd erklären: „Friedrichshains Bahnen sind anspruchsvoll, trotzdem finden die Kugeln ihr Ziel.“ Während Bahn 4 für fast alle die „Geisterbahn“ ist, verteidigt Milan Wagner diese Bahn unter den Fenstern: „Was soll ich als Linkshänder zu Bahn 1 sagen?“

In der ersten Runde sichern sich die Amberger Michael Wehner (551) und Matthias Hüttner (569) die erste zwei Mannschaftspunkte. Einen schwarzen Tag dagegen hat Friedrichshains Marco Maruschke erwischt. Als er spürt, dass er nicht zu seiner Form findet, lässt er sich von Silvio Kurtz ablösen. Marcel Schminke (557) hält gut mit den Gästen mit und ringt ihnen einen Siegpunkt ab.

In der zweiten Runde kommt der Friedrichshainer Dennis Schulz (484) gegen Ambergs Besten Milan Wagner natürlich ins Schwitzen. Dem 36-jährigen Sven Blechstein (527) wiederum hilft gegen den erst 24-jährigen Amberger Florian Möhrlein (531) die Erfahrung. Zwar kann Sven Blechstein keinen Mannschaftspunkt holen, aber dem „Floh“ noch einen halben Siegpunkt abringen.

Die Hoffnungen, die auf den Friedrichshainern Christoph Scholta (568) und Stefan Mitrenga (569) ruhen, sind riesig – doch Jan Hautmann (556) und Maximilian Hufnagel (540) lassen sich nicht einfach schlagen. Zudem braucht Mitrenga mehrere Würfe, um zu seiner Leistung zu finden. Mit 170 Kegeln auf der letzten Bahn schafft er, was an diesem Tag sonst keinem auf einer Bahn gelingt. Und Scholte bleibt der einzige Kegler, der seine 120 Würfe ohne Fehler absolviert.

Ratten tun weh. Und in Friedrichshain auch die Kegel, die man weit weg voneinander stehen lässt. Aber da motivieren die Zuschauer: „Los, mit zwei Wurf hast du sie!“ Bei Soljanka und Bratwurst fühlen sich die Amberger noch eine Weile wohl in Friedrichshain. Dass sie tatsächlich mit ihrer ersten Mannschaft gekommen sind, freut Bruno Roggenkamp von Grün-Weiß. Und Schiedsrichter Hans-Joachim Proschek tut angesichts der guten Stimmung die eine gelbe Karte leid, die er vergab.