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| 18:30 Uhr

Spremberger Lehrerin lehrt Osterbräuche
Alte Sitten werden Grundschülern erklärt

Birgit Welcher (Religionslehrerin) vermittelt im Rahmen eines Osterprojektes Osterbräuche.
Birgit Welcher (Religionslehrerin) vermittelt im Rahmen eines Osterprojektes Osterbräuche. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Oft kennen Schüler die alten Osterbräuche nicht mehr. Das will Religionslehrerin Birgit Welcher verhindern.

Denn Ostern ist das Fest des Lebens, ist eines der volkstümlichen Feste der christlichen Welt. So gehören Bräuche wie das Ostereier Walleien, Osterreiten, Osterfeuer oder Osterwasser holen zu den häufigsten Gepflogenheiten, die in der Lausitz  noch in den Familien auf den Dörfern der Region  gelebt werden.

Doch wie soll man beispielsweise eine Walleigrube in ein Klassenzimmer zur Anschauung holen? Kurzerhand fertigte Lehrerin Birgit Welcher eine Grube aus Pappmache an und demonstrierte daran das kullernde Ei, das das Ei des ersten Spielers treffen sollte. Das große Ziel ist es immer, die liegenden Eier in der Grube durch gezieltes Walleien zu treffen. Ist der Spieler erfolgreich, wird er mit Süßigkeiten belohnt. Um den Wiedererkennungswert zu fördern, sollten selbst bemalte Eier verwendet werden.

Das Osterreiten dagegen ist ein alter sorbischer Brauch, der vor allem  in der katholischen Oberlausitz gepflegt wird. Dann reiten am Ostersonntag die katholischen Männer einer Gemeinde in Frack und Zylinder auf festlich geschmückten Pferden in die Nachbargemeinde, um dieser die Auferstehungsbotschaft zu verkünden.

Hinter der Tradition des bekannten Osterfeuers steckt ein ehemals vorchristlicher Brauch. Mit dem Osterfeuer sollen die bösen Wintergeister vertrieben und der Frühling begrüßt werden. Dann freuen sich die Menschen nach den langen Wintermonaten auf die Frühlingszeit, wärmere Temperaturen und mehr Tageslicht.

Bis heute hat sich in einigen Ortschaften der Volksbrauch zum bevorstehenden Osterfest gehalten, Osterwasser zu holen. Dabei machen sich Frauen in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag auf den Weg, um in einem Bach Wasser zu schöpfen und schweigend nach Hause zu tragen. Dieses Osterwasser soll ein universelles Heilmittel gegen Alterung, Viehkrankheiten und Augenleiden sein.

Kurz vor den Osterferien vermittelt Birgit Welcher diese Bräuche auch im Rahmen eines weiteren Osterprojektes den Spremberger Grundschülern im „Haus des Lernens“.

(mat)