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| 17:35 Uhr

Graustein
Spezialisten rücken Holzwurm zu Leibe

Der Altar in der Grausteiner Kirche ist vom Holzwurm befallen, erklärt die Dresdener Restauratorin Algis Wehrsig (51). Die Schädlinge sollen nun von einer Spezialfirma begast werden.
Der Altar in der Grausteiner Kirche ist vom Holzwurm befallen, erklärt die Dresdener Restauratorin Algis Wehrsig (51). Die Schädlinge sollen nun von einer Spezialfirma begast werden. FOTO: Arlt Martina
Graustein. In der Grausteiner Kirche werden die Voraussetzungen für eine Altarsanierung geschaffen. Von Martina Arlt

Die evangelische Kirche Graustein ist in diesen Tagen ein Hochsicherheitstrakt, den niemand betreten darf. Ursache ist der aus dem frühen Mittelalter stammende Altar, dem Hölzschädlinge zusetzen. Der Altar sei von Holzwürmern befallen, stellt die Dresdner Diplom-Restauratorin Algis Wehrsig fest, seine Stabilität sei in Gefahr. Sie erklärt: „In den Jahren zerfallen die Holzfiguren, das sieht man schon an dem Holzmehl, das ich eben reichlich abgesaugt habe. Der Altar besteht aus verschiedenen Hölzern – aus Nadelholz und die Skulpturen aus Lindenholz.“

Die Schädlinge sollen jetzt mit Gas bekämpft werden. Am Montag rückten die Mitarbeiter der Binker Schädlingsbekämpfungfirma aus Nürnberg in Graustein an. „Zwischen Mai und September ist es genau die richtige Zeit für so eine Begasung, um alle Stadien der Holzschädlinge zu bekämpfen. Die Mitarbeiter bauen ein Gerüst mit Folienzelt auf. Darin wird der Sauerstoff entfernt und ein giftiges Gas eingebracht. Dies hält dann drei bis vier Tage an, dann sollten die Schädlinge bekämpft sein“, erzählt die selbstständige Restauratorin, die pro Jahr in zwei bis fünf Kirchen tätig ist. Meist ist sie in Thüringen und Sachsen unterwegs, Graustein ist ihr erstes Projekt in Brandenburg.

Mit einem voll gepackten Auto ist sie zu ihren Auftragsorten unterwegs. Für ihre Arbeit benötigt sie  beispielsweise jede Menge Chemikalien, ein Mikroskop sowie Speziallampen. Seit 30 Jahren ist Algis Wehrsig inzwischen als Restauratorin mit Spezialisierung auf Kirchenkunst tätig. Eine Altar-Restaurierung kann nach ihrer Erfahrung bis zu einem Jahr dauern.

Joachim Schötz, Mitglied des Grausteiener Gemeindekirchenrates, ist sehr froh, dass die Arbeiten nun losgehen können. „Die Begasung des Altars ist schon eine einmalige Geschichte. Diese Schädlinge machen einfach alles kaputt.“, sagt er. Den Grausteinern ist es  sehr wichtig, dass der Altar auch noch künftig in der Kirche einen Platz haben wird. Wie Joachim Schötz berichtet, mussten alle Schlüssel der Kirche abgeben werden, damit sie auch nicht aus Versehen betreten wird. Nach drei Tagen wird die Kirche wieder freigegeben.

Ein großes Dankeschön richtet er an den Landtagsabgeordneten Raik Nowka, der in Graustein wohnt und eine große Hilfe bei der Beschaffung von Geldern war. Finanziert wird die ganze Aktion durch Mittel vom Kultusministerium, von der Volksbank Spree-Neiße, vom Förderkreis Alte Kirchen, von der Kirchengemeinde und dem Kirchenkreis Spremberg/Senftenberg. „Wir haben mehr als 8000 Euro zur Verfügung. Wir werden sehen, wie weit wir damit kommen, um unseren Altar wieder auf Vordermann zu bringen“, sagt Joachim Schötz.