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| 02:40 Uhr

Alt-Kennzeichen sind heiß begehrt

Forst. Die alten Autokennzeichen sind zurück. Ab sofort kann jeder, der es möchte, sein Fahrzeug in Spree-Neiße wieder auf FOR, GUB oder SPB anmelden. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Bei den Bürgern scheint das Interesse groß zu sein. Binnen 24 Stunden sind bei der Zulassungsstelle 156 Reservierungen eingegangen. Bodo Baumert

Die Genehmigung ist da. "Dem Antrag des Landkreises Spree-Neiße auf Neuvergabe hinsichtlich der Kraftfahrzeug-Altkennzeichen FOR, GUB, SPB wurde durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ausnahmslos stattgegeben", teilt die Pressestelle der Kreisverwaltung mit. Ende der vergangenen Woche traf das entsprechende Schreiben bei der Kreisverwaltung ein, am Dienstag informierte die Verwaltung die Bürger. Ab sofort kann jeder von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen.

Und das Interesse ist augenscheinlich groß. Noch am Dienstag wurden die ersten 13 Zulassungen mit Altkennzeichen ausgestellt. Bis zum Mittwochmittag lagen 156 weitere Reservierungen bei der Zulassungsstelle vor. "Das ist bei dem Wetter schon eine Menge", stellt Marlies Kulka, Fachbereichsleiterin für Ordnung, Sicherheit und Verkehr bei der Kreisverwaltung, fest. Ein regelrechter Ansturm habe auf die Altkennzeichen eingesetzt.

Kompliziert ist die Ummeldung nicht. Jeder könne sich mit dem Wunsch bei den Zulassungsstellen melden, sagt Marlies Kulka. Auch die Reservierung des Wunschkennzeichens via Internet ist wie gehabt nutzbar. Der Wechsel auf FOR, GUB oder SPB ist auch möglich, wenn gerade kein neues Auto gekauft wurde oder umgemeldet werden muss. Allerdings entstehen Kosten für die Bürger. 27,40 Euro kostet die Ummeldung. Wer sein Wunschkennzeichen haben will, also auch nach dem Ortskürzel seine Lieblingsbuchstaben und Zahlen auf dem Nummernschild sicherstellen will, muss weitere 10,20 Euro zahlen. Etwas billiger wird es nur bei der Neuzulassung eines Fahrzeugs. Die kostet bei der Zulassungsstelle 26,90 Euro - zuzüglich der 10,20 Euro für das Wunschkennzeichen. Weitere Kosten entstehen für das Stanzen der Schilder. Entsprechende Läden gibt es in unmittelbarer Nähe der Zulassungsstellen. Die Kosten variieren je nach Anbieter.

Anders als in anderen Landkreisen Brandenburgs, etwa OSL, ging der Wunsch nach den alten Kennzeichen zunächst nicht von den Kommunen in Spree-Neiße aus. Man habe sich über den Landkreistag mit den anderen Regionen abgestimmt und nach Rücksprache im Kreis entschlossen, die Altkennzeichen zu beantragen, erläutert Marlies Kulka. Die Landesregierung in Potsdam hatte die Wünsche gesammelt und dann zur Genehmigung an das Bundesverkehrsministerium weitergeleitet. Von dort ging jetzt auch die Genehmigung aus. Insgesamt stehen nun sieben Landkreise auf der Genehmigungsliste.

Dass die Nachfrage bei den Bürgern groß ist, belegt nicht nur der aktuelle Ansturm auf die Zulassungsstellen. Bereits im vergangenen Jahr, als das Thema der Altkennzeichen in die Schlagzeilen kam, hatte die RUNDSCHAU in Umfragen ein großes Interesse entdeckt. In Guben beispielsweise hatten Bürger im vergangenen Jahr positiv reagiert. Roland Hoffmann fand die Initiative gut, denn "ich bin Gubener und steh' dazu". Frank Pritzsche, Vorsitzender des Oldtimerclubs Guben, sagte damals: "Die Möglichkeit der Wahl finde ich gut, wenn man sich als richtiger Lokalpatriot zeigen will, warum nicht. Jeder so, wie er es mag." Silvio Bryks (42) aus Forst meinte: "FOR war schon ganz schön. Bei SPN weiß ja keiner so genau, wo man herkommt."

In Spremberg war bereits 2011 über die Wiedereinführung des SPB-Zeichens beraten worden. Der Antrag dazu kam aus der Fraktion SPD-FDP-Pro Georgenberg/Slamen. Der Fraktionsvorsitzende Andreas Lemke (SPD) erklärte damals: "Eine bundesweite Untersuchung zeigt, dass die Menschen zu 80 Prozent ihre alten Kennzeichen zurückhaben wollen. Sie sind identifikationsstiftend und unterstützen das Tourismusmarketing."

Nun also sind die neuen alten Kennzeichen da. Doch längst nicht für jeden sind sie auch wirklich neu. Eine ganze Reihe von Fahrzeugen im Landkreis fährt ohnehin noch mit FOR, GUB oder SPB durch die Gegend. Es handelt sich dabei um alle Autos, die in der Zeit vor der Kreisgebietsreform in Brandenburg im Jahr 1993 angemeldet wurden. Laut Angaben der Kreisverwaltung sind das in Forst 1682 Fahrzeuge, in Guben 1430 und in Spremberg 1708.