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| 15:20 Uhr

Jury zeichnet Film aus Spremberg aus
Preis dient als Anlass für Kritik

Das 28. Filmfestival Cottbus zeigt in diesem Jahr 220 Filme. So viele Beiträge wie noch nie. Im vergangenen Jahr, als der Rekord von 21 000 Besuchern aufgestellt wurde, waren es noch knapp 200 Beiträge gewesen..Insgesamt werden Filme in vier Wettbewerben und elf weiteren Sektionen gezeigt. Sie konkurrieren um ein Preisgeld in der Gesamthöhe von etwa 80000 Euro..16. Cottbuser FilmSchau.Am Montagabend (5.11.2018) gingen im Filmtheater Weltspiegel insgesamt 15 Kurzfilme ins Rennen um Preise im Gesamtwert von 2.750 EUR. Drei der eingereichten Beiträge dürfen sich neben den Dotierungen auch über die erstmals vergebenen, eigens von der Cottbuser Design Manufaktur Style Work gestalteten, Preis-Skulpturen freuen..Den Hauptpreis im Wert von 1.500 EUR, gestiftet vom Staatssekretär für Medien und internationale Beziehungen des Landes Brandenburg, Thomas Kralinski, sicherte sich Alexandra Grafke aus Spremberg mit SO NAH, SO FERN. Die Jury, bestehend aus dem langjährigen INTERFILM-Jury-Koordinator Hans Hodel sowie den Filmschaffenden Isa Micklitza und Roman Pernack, begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Die Stärke des Films besteht darin, dass er sich statt auf Dialoge ganz auf das kinematografische Erzählen verlässt.“.Den Sonderpreis der Stiftung für das sorbische Volk, der mit 1.000 EUR dotiert ist, gewann Leon Babucke aus Radebeul mit NATURSCHUTZGROSSPROJEKT LAUSITZER SEENLAND. Der Film überzeugte laut Jurybegründung durch „sehr beeindruckende und großartige Bilder“ und zeige, was mit der Region Lausitz geschehen sei..Den Publikumspreis und damit einen Einkaufsgutschein im Wert von 250 EUR (gestiftet von SpreeGalerie – der City-Einkaufstreff in Cottbus) eroberte sich mit deutlichem Vorsprung der Cottbuser Glenn Buchholz mit seinem Musikvideo ARTFREMD..Durch den Abend führte der gebürtige Lausitzer Christian Matthée, der dem FilmFestival Cottbus und auch der Cottbuser FilmSchau seit Jahren sehr verbunden ist und diese bereits mehrfach moderierte. Mit der Cottbuser FilmSchau
Das 28. Filmfestival Cottbus zeigt in diesem Jahr 220 Filme. So viele Beiträge wie noch nie. Im vergangenen Jahr, als der Rekord von 21 000 Besuchern aufgestellt wurde, waren es noch knapp 200 Beiträge gewesen..Insgesamt werden Filme in vier Wettbewerben und elf weiteren Sektionen gezeigt. Sie konkurrieren um ein Preisgeld in der Gesamthöhe von etwa 80000 Euro..16. Cottbuser FilmSchau.Am Montagabend (5.11.2018) gingen im Filmtheater Weltspiegel insgesamt 15 Kurzfilme ins Rennen um Preise im Gesamtwert von 2.750 EUR. Drei der eingereichten Beiträge dürfen sich neben den Dotierungen auch über die erstmals vergebenen, eigens von der Cottbuser Design Manufaktur Style Work gestalteten, Preis-Skulpturen freuen..Den Hauptpreis im Wert von 1.500 EUR, gestiftet vom Staatssekretär für Medien und internationale Beziehungen des Landes Brandenburg, Thomas Kralinski, sicherte sich Alexandra Grafke aus Spremberg mit SO NAH, SO FERN. Die Jury, bestehend aus dem langjährigen INTERFILM-Jury-Koordinator Hans Hodel sowie den Filmschaffenden Isa Micklitza und Roman Pernack, begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Die Stärke des Films besteht darin, dass er sich statt auf Dialoge ganz auf das kinematografische Erzählen verlässt.“.Den Sonderpreis der Stiftung für das sorbische Volk, der mit 1.000 EUR dotiert ist, gewann Leon Babucke aus Radebeul mit NATURSCHUTZGROSSPROJEKT LAUSITZER SEENLAND. Der Film überzeugte laut Jurybegründung durch „sehr beeindruckende und großartige Bilder“ und zeige, was mit der Region Lausitz geschehen sei..Den Publikumspreis und damit einen Einkaufsgutschein im Wert von 250 EUR (gestiftet von SpreeGalerie – der City-Einkaufstreff in Cottbus) eroberte sich mit deutlichem Vorsprung der Cottbuser Glenn Buchholz mit seinem Musikvideo ARTFREMD..Durch den Abend führte der gebürtige Lausitzer Christian Matthée, der dem FilmFestival Cottbus und auch der Cottbuser FilmSchau seit Jahren sehr verbunden ist und diese bereits mehrfach moderierte. Mit der Cottbuser FilmSchau FOTO: Michael Helbig
Spremberg/Cottbus. Die Förderer der Spremberger Filmszene sorgen sich trotz Erfolgs um die Zukunft.

Das Werk einer jungen Frau aus Spremberg hat am Montagabend den Hauptpreis der Cottbuser Filmschau im Weltspiegel gewonnen. Ihre Unterstützer nutzen diesen Anlass nicht nur zum Feiern, sondern auch zur Kritik: Sie vermissen für die Spremberger Filmschule eine öffentliche Förderung, die über warme Worte hinausgeht.

Montag, 14 Uhr. In fünf Stunden wird die Cottbuser Filmschau beginnen. Derweil zweifeln zwei Männer in Spremberg daran, dass sich ihr Einsatz lohnt. Holger Fahrland leitet die Lausitziale, das Filmfest aus Spremberg, das sich im Jahr 2013 gegründet hat. Der Kameramann Andreas Köfer betreut die Filmschule, in der junge Leute lernen, was zu diesem Handwerk gehört.

Beide sind „einigermaßen verzweifelt“, wie Andreas Köfer sagt. Er unterstützte die 18-jährige Alexandra Gafke aus Spremberg bei ihrem Kurzfilm mit der berühmten Schauspielerin Carmen-Maja Antoni. Seit 40 Jahren arbeitet er als Kameramann, unter anderem für den Polizeiruf und die ZDF-Krimiserie „Stubbe – von Fall zu Fall“.

Und nun denkt er darüber nach, sein ehrenamtliches Projekt in Spremberg aufzugeben. „Seit vier Jahren bemühen wir uns, mit der Filmschule was auf die Beine zu stellen“, erklärt Andreas Köfer. „Ich wundere mich darüber, dass wir keine Unterstützung seitens der Stadt bekommen.“

Der Lausitziale-Vorsitzende Holger Fahrland pflichtet ihm bei. „Im Grunde stehen wir doch vor der Frage, ob wir uns diesen Aufwand künftig noch leisten können.“

Später am Abend, im Cottbuser Weltspiegel, vergessen sie für einen Moment ihre Sorgen. Denn unter 15 eingereichten Kurzfilmen wählt die Jury das Werk von Alexandra Gafke für ihren Hauptpreis aus. In ihrer Begründung heißt es: „Die Stärke des Films besteht darin, dass er sich statt auf Dialoge ganz auf das kinematografische Erzählen verlässt.“ Die junge Frau kann den Preis nicht persönlich entgegennehmen, da sie nach Irland gezogen ist. Erst mal will sie ein halbes Jahr dort bleiben, „um einfach den Kopf freizubekommen“, wie sie hofft, „weit weg vom gewohnten alltäglichen Stress“.

Ihre Förderer äußern sich verblüfft, als herauskommt, dass der Hauptpreis der Jury nach Spremberg geht. „Ich bin dermaßen begeistert“, sagt Andreas Köfer. „So ein Erfolg, und das bei dieser starken, hochwertigen Konkurrenz.“

Da wirbt eine Sprembergerin für ihre Stadt, auch wenn sie gerade in Irland weilt. Doch von der Stadt kommt nichts zurück. So sieht es Andreas Köfer. Unterm Strich, sagt er, seien sie mit ihrer Initiative allein. Auf diese Weise sehe er keine Chance mehr, die Filmschule weiter zu führen. Die Technik, die Ausstattung, die vielen Fahrten von einem Ort zum anderen – all das koste schließlich Geld. Der Kameramann erinnert sich daran, dass ihm die Mitarbeiter des Rathauses zwar mal Räume für die Filmschule anboten. Doch dafür hätte er eine Miete samt Nebenkosten zahlen müssen. „Das kann ich mir nicht leisten.“

Ohnehin scheinen die Fachleute in ihren Gesprächen über den Strukturwandel in der Lausitz einen Aspekt zu vergessen, wie der Kameramann feststellt. „Mindestens genauso wichtig wie die technischen Fragen ist doch eine kulturelle Basis“, gibt Andreas Köfer zu bedenken. „Wo es an solchen Angeboten fehlt, siedelt sich auch kein Dax-Unternehmen an.“  

Dabei finden die Aktionen der Lausitziale durchaus Anklang in Spremberg und anderen Städten der Region. Als Beispiel nennt der Vorsitzende Holger Fahrland einen Abend vom Sommer im Speicher vor vollem Saal. Dort sahen die Besucher neben weiteren Filmen von Schülern erstmals auch das fertige Werk von Alexandra Gafke, das am Montagabend den Hauptpreis der Jury in Cottbus erhalten hat.