| 17:50 Uhr

AfD sagt anderen Parteien Isolation voraus

Spremberg. Zum Spremberger Bürgerdialog hat die Landtagsfraktion der AfD am Mittwochabend in das Hotel Georgenberg eingeladen: Auf dem Podium saß Fraktionschef Alexander Gauland mit seinen Parteifreunden Andreas Kalbitz und Sven Schröder – bei vollem Saal. Mittwoch, kurz nach 19 Uhr: Die politische Bandbreite des Publikums zeigt sich, als sich eine Arbeitsvermittlerin aus Cottbus an die drei Männer auf dem Podium wendet. René Wappler

"Viele Fachkräfte aus Syrien bekommen jahrelang keine Arbeitserlaubnis und leben von Hartz IV", sagt sie. "Wie kann man die Menschen im Berufsalltag integrieren, die intelligent sind?" Von rechts ruft ein Besucher des AfD-Abends zu ihr hinüber: "Die werden in Syrien gebraucht, die Ärzte sollen nach Hause fahren und dort den Menschen helfen!"

Alexander Gauland ignoriert den Zwischenrufer. "Es ist bestimmt ein Thema", sagt er. "Das bestreite ich überhaupt nicht." Auf der einen Seite sei klar, dass nur jemand Asyl bekommen könne, der politisch verfolgt werde. Auf der anderen Seite offenbare sich ein weiteres Problem: "Wenn Menschen hier Asyl beantragen und man sie gleich in den Arbeitsmarkt integriert, wird es sehr viel schwieriger, sie zurückzubringen, sobald sie ihren Ablehnungsbescheid bekommen."

Immer wieder erhalten die AfD-Politiker Zuspruch aus dem Publikum. Alexander Gauland kritisiert den Einsatz der Kirche gegen das Abschieben von Asylbewerbern: Beifall. Sven Schröder erklärt, die Arbeitslosenstatistik sei "geschönt und getürkt", damit sich durch vorgeschobene Ausreden begründen lasse, "warum die ganze Welt hier hineinkann": Applaus. Andreas Kalbitz spricht vom "Kulturkampf" gegen den Islam, von "aktiven Deutschlandabschaffern und Nationalmasochisten, die dieses Land hassen": Erneut klatscht die Mehrheit der Besucher. Auch dann, als Alexander Gauland sagt, seine Partei werde "nicht zusehen, wie die Bundeskanzlerin das deutsche Volk auflöst". Ohnehin zeigen sich die Politiker überaus selbstbewusst, obwohl Fraktionschef Gauland einräumt, dass ihre Möglichkeiten in der brandenburgischen Landespolitik beschränkt seien: Sobald die AfD dort eine Forderung stelle, sei schon so gut wie sicher, dass sie aus Prinzip nicht erfüllt werde.

"Diese Landesregierung denkt höchstens von der Tapete bis zur Wand", erklärt der Abgeordnete Andreas Kalbitz. "Wir werden in den nächsten Landtag mit 20 Prozent plus x einziehen - dann lernen die anderen, was Isolation ist."

Die jüngste veröffentlichte Forsa-Wahlumfrage vom Januar sah die AfD im Land Brandenburg bei einem Wert von 18 Prozent.