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| 16:46 Uhr

Vom Erfolg nahezu überrollt
Zehn neue Gesichter im Stadtparlament

 Kommunalwahl in Spremberg: Wahlleiter Frank Kulik erklärt auch vorm Zählstart im Wahllokal VI noch einmal, worauf es ankommt.
Kommunalwahl in Spremberg: Wahlleiter Frank Kulik erklärt auch vorm Zählstart im Wahllokal VI noch einmal, worauf es ankommt. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. In Spremberg ist die AfD bei der Kommunalwahl von ihren Wählern überrascht worden. Zwei Sitze kann sie im neuen Stadtparlament nicht besetzen. Jubel kommt von einem einsamen Grünen. Von Marcel Laggai und Annett Igel-Allzeit

Kein anderer Kandidat für Sprembergs Stadtverordnetenversammlung hat nach dem vorläufigen Wahlergebnis annähernd so viele Stimmen erreicht wie Michael Hanko (AfD) mit 4610. Elke Franke (Linke) schaffte mit 1992 das zweitbeste Ergebnis vor Raik Nowka (CDU) mit 1555 Stimmen.

Michael Hanko erklärt sich das so: „Mich kennen viele. Und die etablierten Parteien haben nichts auf die Reihe gebracht. Die SPD in der Landespolitik verspricht nur. Da wollten die Wähler wohl einmal anderen Leuten eine Chance geben.“

Mit Hanko schafften es vier Kandidaten der AfD-Liste ins Stadtparlament. Die 8803 Stimmen hätten für sieben Sitze gereicht – zwei bleiben leer. „Nicht alle Arbeitgeber haben Verständnis, wenn Mitarbeiter als Stadtverordnete zu Sitzungen müssen“, klagt Hanko.

Neu im Stadtparlament ist er nicht: Als Einzelkandidat schaffte er den Einzug 2008 mit 837 und 2014 mit 586 Stimmen.

CDU bietet der AfD bei Kommunalwahl in Spremberg Paroli

Ihre sieben Sitze kann die CDU besetzen. Die 19 Kandidaten sammelten 8283 Stimmen. Dass die CDU der AfD in Spremberg Paroli bietet, sei dem engagierten Wahlkampf des Teams um Andreas Bränzel zu verdanken, sagt Raik Nowka (CDU).

Er hofft, dass das neue Stadtparlament schnell arbeitsfähig wird. „Wir verweigern uns nicht generell der sachlichen Zusammenarbeit mit anderen Parteien und Gruppen. Aber die AfD muss dann auch liefern“, so Nowka.

Brian Fröhlich freut, dass die Fraktion „Die Nächste Generation“ wieder mit drei Sitzen im Stadtparlament vertreten ist. „Dass knapp zehn Prozent der Wählerstimmen an uns gingen, ist ein Indiz dafür, dass wir in der vergangenen Legislatur etwas richtig gemacht haben“, sagt der 31-Jährige. Ihm persönlich glückte der Einzug ins Stadtparlament erstmals. Er ist DNG-Gründungsmitglied.

Benny Schuster erster Grüner im Spremberger Stadtparlament

Jubel kommt von Benny Schuster. „Jetzt bin ich wohl der erste Grüne im Spremberger Stadtparlament“, so Schuster am frühen Montagmorgen. Ob er sich einsam fühle? „Na ja, im Kreistag sitzen zwei grüne Abgeordnete. Wir sind froh über die Ergebnisse.“

797 Stimmen hat Schuster in Spremberg bekommen.

Jeweils drei Sitze ergatterten die Linke mit 3894 und die SPD mit 3543 Stimmen laut vorläufigem Wahlergebnis. Die FDP spielt nach einigen Jahren Abstinenz wieder mit: Meike Holtsch schaffte die Hürde mit 336 Stimmen.

Mit Michael Freese zieht die Wählergruppe Brandschutz ins Stadtparlament. „Wir haben fest mit einem Platz gerechnet“, sagt der 32-Jährige. „Dass ich es letztendlich geschafft habe, freut mich.“

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin