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| 14:47 Uhr

Spremberg
Ärger wegen Verkehrslärms– Ortsbeirat ruft um Hilfe

Der Lkw-Verkehr zum und vom Industriepark beschäftigt den Ortsbeirat Schwarze Pumpe seit Jahren. Für Tempo 30 soll der Lärmpegel aber nicht reichen.
Der Lkw-Verkehr zum und vom Industriepark beschäftigt den Ortsbeirat Schwarze Pumpe seit Jahren. Für Tempo 30 soll der Lärmpegel aber nicht reichen. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Seit 2015 wünscht sich Schwarze Pumpe vergeblich neue Hinweisschilder für Lastwagen.

Nicht ernst genommen fühlen sich die Einwohner von Schwarze Pumpe in ihrem Protest gegen Verkehrslärm: Mit einem Hilferuf hatte sich der Ortsbeirats-Vorsitzende Göran Richter (SPD) im Sommer an Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) gewandt. An der Situation habe sich bis heute nichts geändert, sagt Richter. Er hofft, dass sein Ortsteil 2018 stärkere Rücksicht findet.

Eine ganze Liste hatte der Ortsbeirat dem Landrat im August geschickt: Die Mitglieder forderten, dass die versprochenen Verkehrsschilder aufgestellt werden, die den Lastwagenfahrer über die Nordstrecke zum Industriegebiet weisen. So sollte das Wohngebiet entlastet werden. Bereits in einer Bürgerversammlung 2015 waren die Probleme angesprochen worden, in Gegenwart der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) sowie Vertretern des Landkreises und der Polizei. „Bis zum heutigen Zeitpunkt kann keine Verbesserung festgestellt werden“, schrieben die Ortsbeirats-Mitglieder. Das Gegenteil sei der Fall: Neue Unternehmensansiedlungen verschärften das Problem. Auch der geplante Umzug der Welzower Tagesanlagen bereitet dem Ortsbeirat Sorgen. „Wir möchten nochmals betonen, dass wir für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Industrieparks Schwarze Pumpe sind“, heißt es im Brief an den Landrat. Diese Entwicklung könne aber nicht einseitig zu Lasten der Einwohner gehen, die seit Jahrzehnten unterm Lkw-Verkehr leiden, unter Industrielärm und Staub.

Zwar antwortete Landrat Harald Altekrüger dem Ortsbeirat einen Monat später. Doch seine Aussagen stellten die Mitglieder nicht zufrieden. So erklärte Altekrüger, der Landkreis habe „keinerlei Weisungsbefugnis“ gegenüber dem Landesbetrieb für Straßenwesen, dem die Anordnung zu neuen Hinweisschildern zum Industriegebiet zugegangen sei.

Ein zusätzliches Parkverbotsschild gegenüber dem Supermarkt an der Dresdener Chaussee werde abgelehnt, „da eine besondere Gefahrenlage nicht gegeben“ sei. Es sei unstrittig, dass eventuell parkende Lastwagen an dieser Stelle den fließenden Verkehr beeinträchtigen. Dies ermächtige die Behörden aber nicht, ein Verbot anzuordnen. Lediglich auf der Straßenseite des Marktes werde ein eingeschränktes Halteverbot angeordnet.

Immerhin kündigte der Landrat an, die Untere Straßenbehörde werde die unebene Fahrbahn auf der Hauptstraße in Pumpe Nord  bis Anfang November in Ordnung bringen. Allerdings stellt der Ortsbeirats-Vorsitzende Göran Richter inzwischen fest: „Am Blitzer befindet sich immer noch ein Huckel in beiden Fahrtrichtungen. Sobald ein Fahrzeug drüberfährt, schrecken die Anwohner auf.“

Eine vom Ortsbeirat gewünschte Tempo-30-Zone in der Franz-Mehring-Straße und in der Dresdener Chaussee lehnte der Landrat ab.  Der Lärmrichtwert werde laut Pegelmessung „an keinem der Grundstücke“ überschritten. Deshalb bleibt der Ortsvorsteher bei seinem Befund: Die Einwohner von Schwarze Pumpe fühlen sich im Stich gelassen. „Vielleicht passiert noch was wegen der Verkehrsschilder und der unebenen Fahrbahn, sobald wir besseres Wetter haben“, sagt Richter, „im Moment sieht es aber nicht so aus, als hätten unsere Einwände einen Effekt.“

Die Stadt Spremberg hofft, dass sich mit der neuen Südanbindung als direkte Verbindung zwischen Dresdener Chaussee und Südstraße die Verkehrsströme aus Süden und Westen verlagern und die Franz-Mehring-Straße endlich entlastet wird. Ob die Hoffnung aufgeht, dass Schilder die Fahrer auf die richtige Straße führen, bleibt abzuwarten. Für die Gesamtmaßnahmen sei ein Antrag auf Bewilligung von Infrastrukturmitteln bei der Gemeinsamen Landesplanung Berlin und Brandenburg gestellt. Die Aufgabenstellung zum Bau der Südanbindung haben die Stadtverordneten in der vergangenen Woche beschlossen. Ein Fertigstellungstermin steht da noch nicht drin.