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| 02:55 Uhr

Ärger um verzögerte Strittmatter-Studie spitzt sich zu

Im Jahr 2012 diskutierte der Historiker Bernd-Rainer Barth mit Schülern des Spremberger Gymnasiums über Erwin Strittmatter.
Im Jahr 2012 diskutierte der Historiker Bernd-Rainer Barth mit Schülern des Spremberger Gymnasiums über Erwin Strittmatter. FOTO: Catrin Würz
Spremberg. Der Konflikt um die Studie zum Leben des Schriftstellers Erwin Strittmatter spitzt sich zu. Ursprünglich sollte sie den Spremberger Stadtverordneten schon im Juli 2013 vorliegen. René Wappler

Aber bislang konnten sie noch keinen Blick darauf werfen.

Nun ziehen die Mitarbeiter des Rathauses erste Konsequenzen: Sie fordern vom beauftragten Historiker Bernd-Rainer Barth das Geld für die Studie zurück, eine Summe von ungefähr 11 000 Euro. Wie Bürgermeisterin Christine Herntier bestätigt, liegt der Vorgang mittlerweile beim Amtsgericht.

Erstaunt zeigt sich unterdessen der Historiker. Er sagt: "Ich will und werde die Studie fertigstellen, bin aber bei meinen Recherchen auf Hindernisse gestoßen, die so nicht abzusehen waren." Damit bezieht er sich unter anderem auf die Stasi-Unterlagenbehörde. Der Bundesbeauftragte Roland Jahn hatte im Dezember eingeräumt, dass die Wartezeit für die Einsichtnahme in die Akten derzeit bis zu drei Jahren betragen kann: Mit dem anhaltenden starken Interesse hätten die Mitarbeiter der Behörde nicht gerechnet.

Allerdings gab die Stadtverordnete Christina Schönherr (Vereinte Sozialgemeinschaft VS) bereits im August 2014 zu bedenken: "Der Historiker hat sich vertraglich verpflichtet, die inhaltlichen Ergebnisse seiner Nachforschungen zu dokumentieren. Dies tat er bisher mit keinem Wort."

Die Studie über Erwin Strittmatter sollte unter anderem seine Mitarbeit im nationalsozialistischen Ordnungspolizei-Regiment und im DDR-Schriftstellerverband beleuchten. Die Spremberger CDU-Fraktion hatte eine Ehrung des Schriftstellers zu dessen 100. Geburtstag entschieden abgelehnt, da der Anschein bestehe, er habe sich zwei Diktaturen angedient. Die Fraktion der Linken erhob den Einwand, das Geld für die Forschung zum Leben Strittmatters könne auf andere Weise bestimmt sinnvoller investiert werden.