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| 12:07 Uhr

Sie half Menschen in Not
Älteste Sozialdemokratin Brandenburgs gestorben

Lisa Anton im Jahr 2015.
Lisa Anton im Jahr 2015. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Die 103-jährige Lisa Anton aus Spremberg leitete einst das Ursula-Goetze-Kinderheim.

Das älteste Mitglied der Sozialdemokraten im Land Brandenburg ist gestorben. Die 103-jährige Lisa Anton aus Spremberg lebte zuletzt im Seniorenheim an der Gärtnerstraße.

Als junge Frau war sie von Ostpreußen nach Spremberg gekommen. Ihr Mann fiel drei Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie wurde Wirtschaftsleiterin im Umsiedlungsheim bei Cantdorf, wo sie zwei Jahre lang arbeitete, bis sie die Leitung des Ursula-Goetze-Kinderheimes übernahm. Sie führte das Haus für weitere 25 Jahre.

Bis ins hohe Alter blieb Lisa Anton aktiv. „Viel Gemüse habe ich gegessen, viel Sport getrieben, ich liebe die Natur.“ So antwortete sie im Jahr 2015 auf die Frage, wie es ihr gelungen sei, ihre Lebensfreude zu erhalten. Kurz zuvor hatte sie ein Sturz in der eigenen Wohnung zum Umzug in das Pflegeheim bewogen.

Ihrer Erfahrung verdankte sie auch dort einen wachen Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen. Anders als heute sei es nach dem Krieg üblich gewesen, dass Menschen einander in der Not zur Seite stehen, sagte sie. „Jetzt setzen sich die Leute in irgendwelche Versammlungen, hören zu und gehen einfach wieder nach Hause, statt ordentlich mit anzupacken“, sagte Lisa Anton, als sie ihren 100. Geburtstag feierte. „Wir haben damals alles gesammelt, alles aufgelesen, einen eigenen Garten angelegt und das Beste aus unserer Lage gemacht.“

Der Spremberger SPD-Ortsverein verabschiedet sich von Lisa Anton mit den Worten: „Menschen, die in Not sind, zu helfen, das war ihr Lebensinhalt.“ Die Sozialdemokraten der Stadt wollen ihr Andenken bewahren und sich an ihre Mahnung erinnern: „Ihr müsst zu den Menschen gehen.“

(wr)