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| 09:15 Uhr

UPDATE - Nicht alle Bewohner können in Wohnungen zurück
Acht Verletzte bei Hausbrand in Spremberg

Zu einem Wohnhausbrand in der Straße des Kindes in Spremberg wurde die Feuerwehr am Mittwochnacht gerufen. Einige Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar.
Zu einem Wohnhausbrand in der Straße des Kindes in Spremberg wurde die Feuerwehr am Mittwochnacht gerufen. Einige Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar. FOTO: LR / Wappler
Spremberg. In der Nacht zum Donnerstag ist in einer Wohnung in der Spremberger Straße des Kindes ein Feuer ausgebrochen. Alle Hausbewohner kamen vorübergehend in einer Turnhalle unter.

Ruß bedeckt die Wände. Wasser fließt die Treppe hinab. Rauchgeruch zieht durch den Flur. Ein weiteres Mal ist ein Brand in einem Spremberger Haus ausgebrochen. Eine Wohnung in der Straße des Kindes in Schwarze Pumpe fing am Mittwoch gegen 23 Uhr Feuer. Nach Angaben der Polizei wurden sieben Personen verletzt. Die genaue Ursache des Brandes steht derzeit noch nicht fest. Wie die Pressestelle der Polizei mitteilt, war das Feuer nach ersten Erkenntnissen in der Wohnung eines 48-Jährigen Mieters ausgebrochen. Ein Rettungshubschrauber brachte den schwer verletzten Mann in eine Klinik. Ein Feuerwehrmann zog sich nach Auskunft der Leitstelle beim Einsatz leichte Verletzungen zu.

Ein junger Mieter geht am Mittwochmorgen durch den Hausflur. Er betrachtet den Schaden, den die Flammen angerichtet haben. Gefasst wirkt er, was vielleicht damit zusammenhängt, dass er selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr mitarbeitet. Er muss für die nächsten Tage, vielleicht sogar Wochen, aus seiner Wohnung in ein Domizil umziehen, das sich in der Nachbarschaft befindet. „Für wie lange, das muss sich erst noch herausstellen.“

Der junge Mann berichtet, wie er die Katastrophe erlebt hat. „Plötzlich klopften Freunde an meine Tür“, sagt er. „Sie riefen, dass in meiner Etage ein Brand ausgebrochen ist.“ Er folgte sofort dem Rat, den er bei der Feuerwehr gelernt hatte. Ruhig bleiben, bloß nicht in Panik verfallen. Er klappte ein Fenster an, um frische Luft zu bekommen, und er legte ein Handtuch unter die Türschwelle, um zu verhindern, dass der Rauch hineinzieht. So blieb er unverletzt.

Durch die vierte Etage des Hauses läuft am Mittwochmorgen neben Mitarbeitern der Kriminalpolizei und Handwerkern auch Christiane Blödgen vom Vorstand der Lausitzer Bergarbeiter-Wohnungsgenossenschaft Brandenburg, kurz: Bewoge. Das Gebäude in der Straße des Kindes zählt zum Bestand dieses Vermieters. Christiane Blödgen sagt: „Wir haben die Versicherung informiert, die nun eine Kostenschätzung des Schadens vornehmen wird.“ Die Gewobe hat den betroffenen Mietern, unter ihnen der junge Mann von der freiwilligen Feuerwehr, sofort Gästewohnungen bereitgestellt.

Eine schlaflose Nacht hat neben den Mietern und den Feuerwehrleuten auch Rathaus-Mitarbeiter Frank Kulik hinter sich. Er zieht am Mittag ein erstes Fazit – und dankt der Feuerwehr. „Sie hat unter schwierigen Bedingungen eine hervorragende Arbeit geleistet“, sagt er. „Eine Wohnung brannte komplett, wobei das Rauchgas weitere Wohnungen in Mitleidenschaft zog.“ Ein Nachbar habe sogar einen Schwerverletzten gerettet und aus der Gefahrenzone gebracht.

43 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren in der Nacht vor Ort. Sie kamen aus Schwarze Pumpe, Terpe, dem Stadtkern und Weskow. Auch die Sondereinsatzeinheit des Landkreises wurde alarmiert, ebenso die Werkfeuerwehr der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag). Darüber hinaus kümmerten sich mehrere Notärzte und Rettungssanitäter um die Verletzten, wie der städtische Fachbereichsleiter Frank Kulik berichtet. „Wir richteten vorübergehend eine Notunterkunft in der benachbarten Schule ein“, erläutert er. „Dort nahmen wir 23 Personen aus dem Haus auf.“ Wer nicht unmittelbar betroffen war, konnte am Mittwoch wieder zurück in seine Wohnung ziehen.

Aufgrund der vielen Brände der vergangenen Wochen befinden sich die freiwilligen Helfer der Feuerwehr „an ihrer Belastungsgrenze“, wie Frank Kulik zu bedenken gibt. Erst am Montag war die Küche einer Wohnung im Adolf-Diesterweg-Ring in Trattendorf in Brand geraten. Mitarbeiter des Rettungsdienstes brachten daraufhin einen 45-jährigen Mann und eine 82-jährige Frau wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Acht Wohnungen wurden evakuiert.

Am Dienstagabend fing wiederum ein Müllbehälter im Spremberger City-Center Feuer. Daraufhin mussten die Besucher das Gebäude verlassen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die genaue Ursache des Feuers steht auch in diesem Fall noch nicht fest. Die Polizei ermittelt wegen möglicher Brandstiftung.

(lsc)