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| 16:39 Uhr

Stadt Cottbus übernimmt Aufgaben
Abwasserzweckverband Cottbus Süd-Ost löst sich auf

Die Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG übernimmt demnächst die Abwasserversorgung in Neuhausen/Spree, denn der Abwasserzweckverband (AZV) Cottbus Süd-Ost wird aufgelöst.
Die Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG übernimmt demnächst die Abwasserversorgung in Neuhausen/Spree, denn der Abwasserzweckverband (AZV) Cottbus Süd-Ost wird aufgelöst. FOTO: LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. / PROFI-FOTO-KLICHE
Neuhausen/Spree. Der Abwasserzweckverband (AZV) Cottbus Süd-Ost steht unmittelbar vor seiner Auflösung. Die Stadt Cottbus übernimmt dann die Abwasserentsorgung in Neuhausen/Spree. Von Annett Igel-Allzeit

Als das Dieter Perko, der Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen/Spree, in der jüngsten Gemeindevertretersitzung verkündet, holt er ganz tief Luft. Denn die Stadt Cottbus und die Großgemeinde Neuhausen/Spree hatten für diese Auflösung einen langen Atem gebraucht. „Und die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG hat Schwerstarbeit geleistet“, so Perko.

Seit Jahren kümmert sich der AZV um die Abwasserentsorgung in zwölf der 15 Ortsteile der Gemeinde Neuhausen/Spree. Neben Roggosen, Sergen, Gablenz, Neuhausen, Groß Döbbern, Klein Döbbern, Groß Oßnig, Koppatz, Laubsdorf, Kompendorf, Frauendorf und Kathlow gehört auch Kiekebusch, seit 2003 Cottbuser Stadtteil, noch zum Entsorgungsgebiet. Deshalb war Cottbus Mitglied im AZV geworden. Drieschnitz-Kahsel und Bagenz gehören zum Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband. Haasow hat seine eigene Lösung mit der LWG.

Um 1991 war der AZV als Trink- und Abwasserzweckverband Cottbus Süd-Ost gegründet worden, erinnert sich Egbert Kosel, einst erster Verbandsvorsteher. Später übernahm die LWG die Trinkwasserversorgung. Und es ist die Wirtschaftlichkeit, die die Verbandsmitglieder um den heutigen Vorsteher Dieter Perko zur AZV-Auflösung drängen.

Seit Jahren gehört der AZV zu den kleinsten Wasserverbänden des Landes Brandenburg. Aus Kostengründen begehrt Cottbus seit Jahren den Austritt. 2012 zog die Stadt ihren Antrag zum Austritt zurück. Mit Geld aus dem Schuldenmanagement wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das schlug vor sechs Jahren den Weg vor, der heute zu Ende gegangen wird.

Die Altanschließer-Problematik in Cottbus verzögerte die Umsetzung. Mit der LWG wurden wirtschaftliche und rechtliche Auswirkungen der Verbandsauflösung geprüft. Die öffentlich-rechtliche Vereinbarung war zu erarbeiten und mit den Abgeordneten beider Kommunen abzustimmen. Immer wieder musste mit dem Innenministerium und der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) verhandelt werden. Einen Antrag auf Entschuldung hatte der AZV bereits 2009 gestellt.

Fast auf den Tag genau drei Jahre ist es her, dass die ILB endlich eine erhebliche finanzielle Unterstützung in Aussicht stellte. Ihre Bedingung: Die Stadt Cottbus muss die Abwasserentsorgung der zwölf Ortsteile von Neuhausen/Spree übernehmen. Im Dezember 2016 kam der Zuwendungsbescheid.

Nach den Cottbuser Stadtverordneten haben nun die Gemeindevertreter von Neuhausen/Spree die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Übertragung der Aufgabe auf Cottbus als auch die Vereinbarung zur Vermögensübertragung und zur Regelung sonstiger Rechte und Pflichten einstimmig beschlossen. In Kraft treten sollen sie zum 1. Januar 2019. Dass Bürger von Neuhausen/Spree nun die Kosten der Cottbuser Altanschließer-Problematik mit tragen, schließt Perko aus: „Cottbus und wir bleiben kalkulatorisch und finanziell zwei verschiedene Gebiete.“