Gerhard Sawall, Werksleiter des Eigenbetriebs Abwasserentsorgung, informierte die Stadtverordneten über die Hintergründe der zu beschließenden Änderungssatzung. „Uns liegt eine konkrete Kalkulation der Steuerberatungsgesellschaft Berlin vor. Aus ihr ergibt sich eine kalkulierte Gebühr von 2,87 Euro pro Kubikmeter.“ Das heißt, dass sich mit der Änderung der Satzung die Abwassergebühren, die sich in Grund- und Leistungsgebühr aufsplitten, erhöhen. Die bevorstehende Gebührenanpassung betrifft die Leistungsgebühr, die Grundgebühr bleibt bestehen. Der Grund für die Gebührenerhöhung sind Investitionen in Sachen Abwasser, allen voran der Bau der Kläranlage. Diese Vorhaben, zu denen auch die Bauabschnitte in der Spremberger Straße gehören, erhöhen die Ausgaben der Stadt und machen die Anpassung der Leistungsgebühr unumgänglich.
In den Jahren 2001 und 2002 lag diese Leistungsgebühr noch bei 1,93 Euro, aufgrund der Prognosekalkulation für die Jahre 2001 bis 2009 müssten die Welzower im Jahre 2003 eigentlich mit einer Leistungsgebühr von 2,90 Euro rechnen. Somit liegt die Gebühr laut der ersten Änderungssatzung noch unter der erwarteten Prognose. Sowohl der Werksausschuss als empfehlendes Gremium als auch der Hauptausschuss, der die Tagesordnung für die Stadtverordnetenversammlung ausarbeitete, sprachen sich im Vorfeld für die Änderung der Gebührensatzung aus. Hauptamtsleiter Detlef Pusch stellte im Hauptausschuss schon klar: „Uns bleibt wenig bis gar kein Spielraum, was die Gebühren betrifft. Optimistisch betrachtet liegen wir in der Prognose.“ Auch läge man in Welzow mit einer Gebühr von 2,87 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser noch deutlich unter den Gebühren, die im Schnitt im restlichen Spree-Neiße-Kreis verlangt würden, meinte Pusch. Die zehn anwesenden Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung entschieden sich dann auch einstimmig für die vorgelegte Änderungssatzung.
Möglicherweise steht Ende des kommenden Jahres in Welzow schon die nächste Gebührenerhöhung ins Haus. Während der Gesetzgeber eine Anpassung im Zweijahrestakt vorsieht, empfiehlt Werksleiter Sawall eine jährliche Änderung, da dies in seinen Augen eine sinnvollere Regelung wäre. „Und die Gebühr pendelt sich dann irgendwann auf 3,50 Euro ein?“ , fragte Udo Fleischmann, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Sawall bestätigte diese Vermutung.
Neben der Änderungssatzung beschlossen die Stadtverordneten auch den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Abwasserentsorgung. Werksleiter Sawall bot Einblicke in die geplanten Investitionen, deren Kernstück der Bau der Kläranlage samt Ableitung in das Neupetershainer Fließ sein wird. Das Klärwerk wird in mehreren Bauabschnitten in modularer Bauweise errichtet. Im kommenden Jahr sollen die ersten zwei Module entstehen. „Nach Inbetriebnahme schauen wir erst einmal, wie leistungsfähig die beiden Module sind. Dann wird entschieden, ob noch zwei zusätzliche Module errichtet werden oder ob eines ausreicht“ , erklärte Gerhard Sawall.
Zurzeit läuft das Genehmigungsverfahren für die Kläranlage, voraussichtlicher Baubeginn wird nach bisherigem Planungsstand Mitte kommenden Jahres sein.

Stichwort Kläranlage Welzow
Die erste Ausbaustufe der geplanten Kläranlage umfasst zwei Module, deren Gesamtleistung reicht für rund 2500 Einwohner. Die Anlage kann bis auf vier Module ausgeweitet werden, je nach Bedarf. Im Wirtschaftsplan des Abwasserbetriebes ist diese erste Ausbaustufe des Klärwerks mit etwa 1,2 Millionen Euro veranschlagt.
Eine Abwasserdruckleitung ist für den Betrieb der Kläranlage notwendig. Sie leitet das geklärte Wasser in das Neupetershainer Fließ, den so genannten Vorfluter. Die Rohrleitung ist etwa sechs Kilometer lang und führt zum Teil über das Gebiet des OSL-Kreises. Sie kostet ebenfalls etwa 1,2 Millionen Euro.