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Abschied von einem Wirbelwind

Kerstin und Peter Wolf aus Spremberg mit Mac Chan. Die 16-Jährige aus Hongkong lebte ein Jahr bei ihnen und wird in wenigen Tagen die Rückreise antreten.
Kerstin und Peter Wolf aus Spremberg mit Mac Chan. Die 16-Jährige aus Hongkong lebte ein Jahr bei ihnen und wird in wenigen Tagen die Rückreise antreten. FOTO: Martina Arlt/mat1
Spremberg. Für ein Jahr war die Spremberger Familie Wolf wieder zu dritt in ihrem Haus: Über die Austauschorganisation American Field Service (AFS) war Mac Chan aus Hongkong zu Gast bei Kerstin (53) und Peter Wolf (56). Die 16-Jährige wird am 8. Martina Arlt / mat1

Juli in ihre Heimat zurückkehren. Was für alle drei bleibt, ist die Erinnerung an ein ereignisreiches Jahr.

Die Schülerin zeigte sich sehr wissbegierig und wollte viele neue Dinge erfahren. "Erstaunlich gut hat sie die deutsche Sprache erlernt", findet Peter Wolf. Unterricht habe sie auch auf privater Basis genommen. Für ihr Ziel einer akzentfreien Aussprache, braucht es noch etwas Parxis, aber "die deutsche Sprache hat sie in dem einen Jahr wirklich gut hinbekommen", sagt Peter Wolf. Deutsch ist ihre fünfte Sprache - neben Kantonesisch und Mandarin, Englisch und Spanisch.

Im Erwin-Strittmatter-Gymnasium besuchte sie die neunte Klasse und hatte Lernpaten an ihrer Seite, nachte ein Praktikum in der Kita "Grünschnäbel", nahm in der Musikschule Schlagzeugunterricht. Dank der modernen Technik stand Mac mit ihrer Familie in engem Kontakt über Whatsapp. Auch Kerstin und Peter Wolf pflegten alle ein- bis zwei Wochen den kurzen draht nach Hongkong.

Über AFS machte Mac eine Rundreise nach Hamburg über Berlin, München, Neuschwanstein, Heidelberg, besuchte mit ihren Gasteltern das Elbsandsteingebirge und das Vogtland, fuhr in einem Trabi mit, war in den vergangenen Tagen auch mit ihnen in Prag und zum Klettern nach Johnsdorf. Wochenenden nutzte sie zum Reiten und ihren 16. Geburtstag feierte sie mit einer großen Party im Garten der Gasteltern.

"Spremberg ist so eine kleine Stadt, es ist eben wie ein Dorf. Hier sagt man auch mal Hallo und trifft Leute. In Hongkong leben sieben Millionen Einwohner, dort ist es schon etwas anders", zieht sie ihren Vergleich. "Zu meiner Spremberger Schulklasse mit Lehrerin Ingrid Michel hatte ich einen sehr guten Kontakt." Eine Abschlussparty fand bereits statt, Theater inklusive. In der Schule spielte sie gern Tischtennis und wirkte bei der Schülerzeitung mit. Nun geht es für die Schülerin für drei Jahre erst einmal wieder nach Hause, wo sie die Klassen zehn bis zwölf absolviert. Gern möchte sie dann ein Studium in Deutschland beginnen. Als Souvenir nimmt sie auf jeden Fall einen Nußknacker und die Fahne mit vielen Unterschriften im Gepäck.

"Mac ist ein kleiner Wirbelwind, nun wird es wieder ruhiger in unserem Haus werden", sagt Peter Wolf. "Es war ein sehr erfolgreiches Jahr, hat uns allen Spaß gemacht." 5000 Fotos werden an diese Zeit erinnern. Für die Familie Wolf war Mac bereits die zweite Austauschschülerin, nach einem Mädchen aus den USA.