In Deutschland wurde der inzwischen gemeinnützige Verein Schwarz-Weiß durch Veröffentlichungen in der Presse bekannt. „Bereits seit mehreren Jahren unterstützen auch wir dieses Projekt finanziell in Form einer Patenschaft. In diesem Jahr haben wir unser langjähriges Vorhaben in die Tat umgesetzt und gemeinsam mit Verwandten unseren Urlaub in Kenia unweit des Waisenhauses gebucht“ , erzählt der Weißwasseraner Torsten Haack.
„Auf unsere Anfrage, was zurzeit dringend benötigt wird, erfuhren wir vom Mangel an bestimmten Medikamenten nicht nur für Kinder. Kurz darauf starteten wir einen Aufruf in Weißwasser und Döbern“ , so Haack weiter. Die Reaktion von Privatpersonen und Geschäftsinhabern war überwältigend.
„Ein herzliches Dankeschön gilt dem Apothekerehepaar Schumann und Dr. Bernd Seidel aus Weißwasser, der Elektrofirma Hayno Müller in Döbern, dem Krankenhaus in Forst sowie allen privaten Spendern. Für künftige Hilfsprojekte zu Gunsten dieses Waisenheims haben unter anderen die Stadtwerke Weißwasser und erneut das Apothekerehepaar Schumann ihre Hilfe zugesagt.“
Mit einer großen Anzahl der benötigten Mittel machte sich die Familie Haack also auf den Weg nach Kenia.
„Die vorgefundene Herzlichkeit werden wir wohl das ganze Leben nicht vergessen. Strahlende Kinderaugen und echte Dankbarkeit sind Beweis für ein perfekt funktionierendes Miteinander. Es ist unsererseits auch nicht bei einem einmaligen Besuch geblieben. Über die Hälfte aller unserer Urlaubstage haben wir gemeinsam verbracht“ , so Torsten Haack.
Ganz wichtig ist ihm, dass die Leser der RUNDSCHAU wissen, dass jeder gespendete Euro auch zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommt.
Der Weißwasseraner erzählte in diesem Zusammenhang die Geschichte des Waisenheimes: Mama Gudrun alias Gudrun Duerr lebt nicht wie es in ihrem Personalausweis steht in Roggenburg (Franken) sondern in Msambweni, einem kleinen Küstenort am Indischen Ozean etwa 30 Kilometer entfernt von Mombasa (Kenia).
Als Familie Duerr 1998 mit ihren damals zwei Kindern den ersten Afrikaurlaub in Kenia erlebte und so viel Elend außerhalb der Touristenzentren zu sehen bekam, kamen sie alle zum Entschluss, direkt helfen zu wollen. Und noch in diesem ersten Urlaub wurde ein Stück naturbelassenes Land, man kann es auch Urwald nennen, gekauft. Bereits ein Jahr darauf begann man, ein kleines Haus zum "Wohnen" zu bauen. Strom und Wasser waren zu Beginn ein totales Fremdwort.
1999 verabschiedet sich Mama Gudrun komplett von ihrem bisherigen "geordneten" Leben in Deutschland und steuert von nun an alle Aktivitäten direkt vor Ort in Kenia.
Selbst die "Trennung" von ihrem Mann Edmund, welcher bis zum Renteneintritt in Deutschland arbeiten wird und seiner Familie erst dann endgültig folgt, nimmt Gudrun in Kauf. Und all dies um ihr Ziel zu verwirklichen - ein Waisenheim zu bauen.
Komplett ist Familie Duerr von nun an etwa drei Monate im Jahr, denn dann ist Vater Edmund auch in Msambweni. Allerdings nicht zum Erholen, nein der Familienvater ist in dieser Zeit Bauherr und Vorarbeiter zugleich beim Bau neuer Gebäudeteile von der Projektierung bis hin zur Fertigstellung.
Im März 2000 war es dann so weit. Acht elternlose Kinder wurden von "Mama Gudrun" aufgenommen. Total verwahrlost, am Rande eines Dorfes lebend, bildete sich sehr schnell eine enge Mutter-Kind-Beziehung.
Heute leben in Gudruns Großfamilie bereits 17 Pflegekinder. Doch auch den kenianischen Angestellten ist Gudrun eng verbunden. Nur mit ihrer Hilfe und ihrem Engagement kann sie ihr großartiges Ziel verwirklichen.
Das jüngste Baby hat Mutter Gudrun erst im Juni diesen Jahres aufgenommen. Der nur wenige Tage alte Joshua wurde völlig unterernährt im Urwald unter alten Kleidungsfetzen gefunden und in das dortige, in einem katastrophalen Zustand befindliche Krankenhaus, eingeliefert. Kurz darauf dann die Anfrage, ob nicht das Kleinkind in Gudruns Familie integriert werden könne. "Bitte nehmen Sie das Kind, hier im Krankenhaus wird es sterben", flehte die Krankenhausmitarbeiterin.
Und Familie Duerr hat schon wieder neue Ziele. In den nächsten Jahren ist der Neubau einer eigenen Schule, aber nicht nur für die eigenen Kinder, sondern auch für die benachbarten Dorfkinder, geplant.
Die schulische Ausbildung entspricht keinesfalls unseren gestellten Anforderungen und ist eine Katastrophe, musste Mutter Gudrun während ihrer gesamten Zeit feststellen.
Von Deutschland aus geht jährlich ein Container mit dringend benötigten Materialien auf die Reise nach Afrika.
Jedoch reichen die finanziellen und materiellen Mittel bei weitem nicht aus. Das Waisenhaus sucht also dringend Paten und Spender. Ganz dringend gesucht werden Schultafeln, Schulmöbel, C-Schläuche, medizinische Geräte etc.

Zum Thema Ansprechpartner für Hilfsangebote
 Wer weitere Ideen hat, Informationen haben möchte oder ganz einfach helfen will - Infos gibt es jederzeit unter: www.kenia-hilfe.com sowie bei
Familie Torsten Haack, H.-Hertz Straße 25, 02943 Weißwasser, Tel.: 03576 203533, 0171 5698991, E-Mail : torsten_haack@web.de
haack@sww-online.de