(ang) Weiße Gerbara liegen auf den Särgen mit den sterblichen Überresten deutscher Soldaten vor der Einbettung. Fast auf den Tag genau 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges sind am Sonnabend 30 Gefallene in der Deutschen Kriegsgräberstätte auf dem Georgenberg beigesetzt worden. Die überwiegend sehr jungen Soldaten waren in den schweren Kämpfen im Frühjahr 1945 in den letzten Kriegswochen gestorben. Sie wurden unter anderem in Jerischke, Hermsdorf, Groß Luja, Bahren, Groß Oßnig, Pusack, Forst, Kathlow, Sergen, Preilack und Turnow geborgen.

Bürgermeisterin Christine Herntier  mahnte, dass „Krieg immer eine Bankrott-Erklärung sei und nur unermessliches Leid über Menschen und Soldaten bringt“. Sie dankte dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge für die jahrzehntelange Arbeit für Versöhnung und Frieden.  Frank Leopold vom Volksbund  verwies auf die Bedeutung  die Einbettung. Sie erinnere die Lebenden daran, lieber gemeinsam friedlich miteinander zu leben statt gegeneinander zu kämpfen. Das Totengedenken hat der Alt-Landtagspräsident und Landesvorsitzender des Volksbund  Deutsche Kriegsgräberfürsorge Gunter Fritsch  verlesen.

Die anschließende Einbettung der Gräber nahm der Volksbund  schließlich mit Pfarrer Daniel Laske von der Sankt Benno Gemeinde aus Spremberg vor. Für Laske war es die erste Einbettung solcher Art. Die letzte Einbettung von Kriegstoten fand zuletzt vor vier Jahren in Spremberg statt.

Noch immer werden bei gezielten Grabungen in der Region Jahr für Jahr Gebeine von Kriegstoten gefunden. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sorgt dafür, dass sie regelmäßig zur letzten Ruhe gebettet werden. „Die gefallenen Soldaten wurden teilweise nach ihren Tod einfach verscharrt. Auch 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges werden gefallene deutsche Soldaten gefunden, geborgen und oft auch identifiziert“,  sagt Oliver Breithaupt, Volksbund-Landesgeschäftsführer Brandenburg. „Die Einbettungen sind ein Zeugnis der zutiefst humanitären Aufgabe des Volksbundes, den Toten eine würdige Ruhestätte zu schaffen und ihrer zu gedenken.“ In Brandenburg werden jedes Jahr noch über 200 Kriegstote gefunden und geborgen.

Zum Abschluss der öffentlichen Einbettung der 30 deutschen Kriegstoten, legten die Teilnehmer auch noch rote Blumen auf die Grabplatten der sowjetischen gefallenen Soldaten in der angrenzenden sowjetischen Kriegsgräberstätte.