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| 19:30 Uhr

Fördermittel überreicht
40 Millionen Euro für den Industriepark Schwarze Pumpe

 Mehr Verkehr auf die Schiene bringen soll ein KV-Terminal im Industriepark. Jens Krause von der Industrie- und Handelskammer zeigt, wo er hin passt.
Mehr Verkehr auf die Schiene bringen soll ein KV-Terminal im Industriepark. Jens Krause von der Industrie- und Handelskammer zeigt, wo er hin passt. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Schwarze Pumpe. Eine Abwasserbeseitigungsanlage, ein Brauchwasserspeicher und ein Lkw-Terminal werden in Schwarze Pumpe gebaut. Von Annett Igel-Allzeit

Die Infrastruktur rund um die zweite Papiermaschine, die im Industriepark Schwarze Pumpe gebaut wird, ist gesichert. Vier Zuwendungsbescheide im Gesamtwert von 40 Millionen Euro hat Jörg Steinbach (SPD), Minister für Wirtschaft und Energie in Brandenburg, der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) und dem Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) überreicht. Die beiden Kommunalpolitiker gaben die millionenschweren Bescheide gleich weiter an Roland Peine, Technischer Geschäftsführer der ASG Spremberg. Das Wirtschaftsförderunternehmen  kümmert sich um das Industriepark-Management beiderseits der brandenburgisch-sächsischen Grenze.

Kernstück der Zuwendungen ist eine neue Abwasserbeseitigungsanlage – hier schießt das Land 26 Millionen Euro dazu. Mit Fördermitteln von 8,7 Millionen Euro soll die bestehende und inzwischen 15 Jahre alte Abwasserbehandlungsanlage auf den neusten Stand gebracht werden. Rund 1,9 Millionen Euro sichern einen neuen Brauchwasserspeicher für die Papierproduktion. Für den Lkw-Terminal am Nordtor gibt das Land 3,8 Millionen Euro dazu.

 Vier Zuwendungsbescheide für die Infrastruktur im Industriepark Schwarze Pumpe hat Minister Jörg Steinbach (Mitte) der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier und Spreetals Bürgermeister Manfred Heine überreicht.
Vier Zuwendungsbescheide für die Infrastruktur im Industriepark Schwarze Pumpe hat Minister Jörg Steinbach (Mitte) der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier und Spreetals Bürgermeister Manfred Heine überreicht. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Die Freude ist groß. „Die Papierfabrik ist ein ganz wichtiger Anker im Industriepark – auch um in den nächsten zwei Jahrzehnten die Arbeitsplätze zu ersetzen“, so Bürgermeisterin Christine Herntier. Auch Manfred Heine ist froh über den weiteren Meilenstein. Während die Gelände an den Kraftwerken Boxberg und Jänschwalde dem Bergbauunternehmen Leag  gehören, seien in Schwarze Pumpe die Kommunen für die Ver- und Entsorgung verantwortlich. Eine Aufgabe, die allein in der Abwasserentsorgung und Wasserversorgung die Kommunen allein überfordert. „Deshalb sind wir froh, den Weg mit der ASG gehen zu können“, sagt Heine. Wieder 5000 Arbeitsplätze  am Industriestandort zu etablieren, das sei 2018 erreicht worden. „Nun müssen wir gucken, wo wir hinwollen. Wir möchten doch hier noch für unsere Kinder und Enkel Arbeitsplätze schaffen“, betont der Spreetaler Bürgermeister. Dass die Ländergrenze mitten durch den Industriepark geht, sieht Heine als Glück: „Das ist ein besonderer Ansporn für Sachsen und Brandenburg, sich hier einzusetzen.“ Dafür spreche er  immer wieder gern in Dresden wie in Potsdam vor.

5500 Kubikmeter Wasser soll der neue Brauchwasserspeicher fassen. Wasser ist wichtig in der Papierproduktion. „Um ein Kilogramm Papier produzieren zu können, brauchen wir sieben Liter Wasser“, so Andreas Schulze, Leiter der Verwaltung und Prokurist der Papierfabrik Spremberg. Und während die erste Papiermaschine, die seit April 2005 läuft, durchschnittlich rund 350 000 Tonnen Papier im Jahr produzieren kann, soll die zweite Papiermaschine 500 000 Tonnen schaffen.

Mit 1000 Lkw mehr rechnet die ASG am Industriepark allein wegen der neuen Papiermaschine. Deshalb wird der Lkw-Terminal am Nordtor ganz wichtig. „Mit 75 Lkw-Stellplätzen, Duschen, Imbissmöglichkeiten und einer Tankstelle, die nur Dieselkraftstoff anbietet und mit Karten bedient werden muss, so dass wir der Tankstelle im Ortsteil Schwarze Pumpe nicht schaden“, so Roland Peine.

Zugleich soll ein weiterer Terminal im Industriepark helfen, mehr Warentransporte wieder auf die Schiene zu bekommen, so Jens Krause in seiner Eigenschaft als  Leiter des Geschäftsbereiches Verkehr in der Industrie- und Handelskammer Cottbus: ein KV-Terminal, wobei KV dabei für den kombinierten Verkehr steht. Das bestehende Schienennetz und das Einlenken der Leag im Vorjahr, die Kohlebahn auch für andere Warentransporte zu öffnen, ruft die Logistiker auf den Plan. Während jetzt Schiffe bis nach China fünf Wochen benötigen, könnte das ein Zug von der Lausitz nach China in elf Tagen schaffen. Und auf der Strecke liegen zwei weitere große Verkehrknoten: Russland und die ehemaligen Sowjetstaaten. Innerhalb der nächsten vier Jahre, so Krause, könnte der Bau dieses Terminals starten und mit einem Terminal, der in Schwarzheide geplant ist, verbunden werden. Christine Herntier hofft hier auf hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Logistik.

Nur der Zuwendungsbescheid für die Südanbindung des Industrieparks, der die Einwohner des Ortsteils vom Verkehrslärm entlasten soll, sei noch immer nicht in Sicht, so Christine Herntier. Der zweite Bauabschnitt der Spreestraße müsse unbedingt kommen, bestätigte ihr Spreetaler Kollege Heine. Minister Steinbach versprach, das Thema mit nach Potsdam zu nehmen.