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Veranstaltung
Huskys trotz Regens rennfreudig

Waren heiß auf den Start: die Huskys der 69 Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden beim 23. Schlittenhunderennen in Spremberg in der Ratsheide.
Waren heiß auf den Start: die Huskys der 69 Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden beim 23. Schlittenhunderennen in Spremberg in der Ratsheide. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Beim 23. Schlittenhunde­rennen am Wochenende in der Spremberger Ratsheide starteten 69 Teilnehmer in zwölf Kategorien. Von Martina Arlt

Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten in der Spremberger Ratsheide hatten sich die Organisatoren Carmen und Erhard Feickert wohl das 23. Schlittenhunderennen wettertechnisch etwas freundlicher vorgestellt. Besonders am Samstag regnete es fast ohne Pause und die Parkplatzsituation für die Besucher und Teilnehmer gestaltete sich auf den nassen Wiesen sehr schwierig. Denn in diesem Jahr fand das Event nicht auf der „Stammwiese“ statt, sondern auf einem Platz daneben. Auf dieser benannten Wiese wurde Gülle gefahren und so konnten die Teilnehmer mit ihren Schlittenhunden diesen Platz nicht für das diesjährige Rennen in Beschlag nehmen.

Doch Schlittenhunderennen finden fast immer nach Plan statt und so konnten es die Vierbeiner am Samstag in Spremberg kaum erwarten, dass es an der Startlinie auf den sechs Kilometer langen Trail ging. Für die Hunde sind natürlich kalte Temperaturen immer besser. Doch in unseren Gefilden gibt es eher selten Schnee. Die Teilnehmer kommen bei den Rennen schon mit einer Geschwindigkeit von fast 40 Kilometern pro Stunde in Fahrt.

Gisbert Hiller moderierte in bewährter Form das zweitägige Rennen in Spremberg und kennt sich in diesem Metier bestens aus, hatte er doch vor Jahren selbst Huskys. „Wenn ein Musher mit seinen Vierbeinern auf Tour geht, dann muss er sich schon insgesamt fit fühlen. Denn so eine Strecke ist eine sportliche Herausforderung. Die Malamuten sind die Lokomotiven des Nordens, doch die Huskys sind die ICE’s“, betonte der Moderator.

69 Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden gingen in zwölf Kategorien an den Start. Erfreulicherweise gab es in diesem Jahr auch eine Jugendklasse, in der drei Mädchen starteten. Dazu gehörte Celine Krause (15) aus Bertsdorf bei Zittau, die vor einigen Jahren durch Bruder und Papa zu diesem Hobby gekommen ist: „Ich bin mit den Hunden Nanook und Finja unterwegs. Vor den Rennen bin ich immer sehr aufgeregt. Doch die Konkurrenz in unserer Klasse ist ja nicht so groß und so habe ich auch schon zwei Pokale zu Hause.“

Gisbert Hiller könnte stundenlang über diese Tiere erzählen. So gab er auch interessante Informationen zur Augenfarbe der Vierbeiner preis. Denn es gibt nicht nur Huskys mit blauen, gemischten oder braunen Augen. Es gibt sogar Hunde, die in einer Pupille zwei Farben haben. Wer sich einen oder mehrere Huskys anschaffen möchte, sollte sich auf jeden Fall mit dem Wesen dieser Tiere auseinandersetzen. „Bei den Rennen gibt es bei jedem Gespann natürlich Leithunde. Doch nicht jeder Hund ist dafür geeignet. Auch dort gibt es wie beim Menschen verschiedene Charaktere. So müssen Leithunde schon genauer ausgewählt werden“, sagt Gisbert Hiller. Bei strömendem Regen eröffnete Erhard Feickert am Samstagvormittag mit seinen vier Hunden namens Nougat, Nabou, Dollar und Bugs das sportliche Rennen.

Auch Jacqueline und André Hannemann aus Lübben haben sich seit zehn Jahren diesem anspruchsvollen Hobby verschrieben: „Wir starten mit Wolf und Sid. Seit acht Jahren sind wir auch in Spremberg immer dabei. Das Kaufen der Tiere ist das Eine, doch die tägliche Beschäftigung mit dem Tier von zwei bis drei Stunden ist das Andere. Sie müssen auch täglich ausgekämmt werden. Von Beruf bin ich Lokführer und so ist es manchmal durch die Schichten nicht ganz einfach, alles unter einen Hut zu bekommen“, weiß André Hannemann zu berichten.

„Es ist zwar viel Arbeit, doch man bekommt viel Liebe und Aufmerksamkeit von den Hunden zurück. Die Rennen sind immer sehr nett, wir saßen hier in Spremberg am Freitag auch am Lagerfeuer beisammen. Samstags gibt es dann den Musherabend. Wir sind wie eine große Familie und fühlen uns wohl“, so Hannemann.

Auch Michaela und Hans-Jürgen Edlich aus Hohenleipisch schauten am Samstag immer wieder zum Himmel mit großen Regenwolken und warteten, bis sie mit ihren Vierbeinern namens Tyson und Chuck zur Startlinie kommen konnten: „Das ist unser Hobby seit 1994 und wir hatten in dieser Zeit nun schon sechs Hunde. Durch Bekannte sind wir damals zu Rennen gefahren“, so das Ehepaar, das beruflich als Zahnarzthelfer beziehungsweise als Mitarbeiter im Bergbauservice tätig ist. „Diese Hunderasse hatte es uns schon immer angetan, dann ist man auch sportlich unterwegs. Grundsätzlich fahre ich mit Helm, denn es kann plötzlich im Wald Wild auftauchen und dann muss man schon reagieren. Heute habe ich Startnummer 49.“ Der Hundesport biete einen guten Ausgleich zum Alltag.

Wer sich bei dem grauen Novemberwetter am vergangenen Wochenende im Zelt aufwärmen wollte, dafür hielt Toralf Hasse mit seiner Gastronomie Glühwein, Jagertee und heiße Schokolade bereit.