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Spremberg
Auf flinken Pfoten durch die Ratsheide

Der Spremberger Erhard Feickert mit seinem Gespann.
Der Spremberger Erhard Feickert mit seinem Gespann. FOTO: Jan Biller
Spremberg. Das größte Gespann zum 23. Schlittenhunderennen am Wochenende in Spremberg geht mit zwölf Huskys über die sechs Kilometer.

Die Spremberger Ratsheide gehört am Wochenende wieder den Schlittenhunden und ihren Mushern. 90 Gespanne, so Carmen Feickert, haben sich in diesem Jahr angemeldet. Die 57-jährige Sprembergerin organisiert mit ihrem Mann Erhard Feickert dieses Alaska Feeling zum 23. Mal. Seit Dienstag laufen die Aufbauarbeiten. „Wir werden zwar wieder keinen Schnee haben“, sagt Carmen Feickert, „aber auch bei etwas höheren Temperaturen mit dem Wagen haben die Hunde, die echte Sportler sind, ihren Spaß.“

Das liegt auch an der Ratsheide. „Das ist eine Rennstrecke, die den Hunden Abwechslung bietet. Natürlich können Schlittenhunde auch lange geradeaus laufen. Aber mit den Kurven auf unserer Strecke und den Anstiegen ist es spannender. Die Tiere wollen wissen, was hinter der nächsten Kurve auf sie wartet“, erklärt die Sprembergerin. Auch dass nach Asphalt unbefestigte Wege kommen, sei wichtig. „Es ist gut, wenn die Hunde viele verschiedene Untergrundarten kennen – und dass sie bei Schotter nicht plötzlich stehenbleiben, da hat der Musher dann ein Problem“, erzählt sie. Auch die Musher wissen die Ratsheide zu schätzen. Sie liege zentral und wirke trotzdem abgelegen. Der Platz ist groß genug für Campingwagen und Lager der Hunde.

Feickerts haben derzeit vier Husky-Rüden und fahren damit selbst Rennen. Die Saison geht von Oktober bis April. „Und auf drei Rennen hatten wir in der vergangenen Saison tatsächlich Schnee.“ Im Erzgebirge habe das geklappt und auch im Harz. „Ab Januar kommt der Schlitten immer mit ins Auto. Aber es gibt Rennen in Deutschland, die tatsächlich komplett abgesagt werden, wenn der Schnee ausfällt“, sagt Carmen Feickert.

Die ersten Musher reisen zum Teil schon am Freitag aus ganz Deutschland und aus Holland in Spremberg an. Neben den Huskys dürfen die Besucher mit Grönlandhunden und Malamuten, die mit 63 Zentimetern Schulterhöhe größte Rasse unter den Schlittenhunden, rechnen.

Die Nachwuchsförderung unter den Mushern bei vergangenen Schlittenhunderennen in Spremberg trägt endlich Früchte. „Weil diesmal mehrere Elf- bis Dreizehnjährige an den Start gehen, haben wir endlich mal wieder eine Jugendklasse. Und bisher sind das alles Mädchen“, freut sich Carmen Feickert. Mit ein bis zwei Hunden gehen sie an den Start und absolvieren die ganze Strecke. Carmen Feickert hofft, dass sie die Zieleinfahrt gut meistern. „Nach einer 90-Grad-Kurve geht es gleich abwärts in die Zielgerade. Das ist gar nicht so einfach, das mit dem Hund in seinem Laufdrang zu schaffen“, so die Sprembergerin.

Neben den Gespannen – nicht nur ein Gespann mit zwölf Hunden sondern viele Gespanne mit acht Hunden sind diesmal gemeldet – gehen Musher auch als Jogger oder mit Scooter, einer Art Roller, auf die Strecke. Aber egal, welches Gefährt mitkommt, ziehen wollen muss es der Leithund. Und auf diese Lust hat der Musher am Start manchmal auch eine Weile zu warten.