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214 Ziegelsteine für Cottbuser Maueropfer

Cottbus. Jeder Stein trägt einen Namen, jeder Name steht für einen Toten. 214 Ziegelsteine hat der Künstler Gino Kuhn zu einem Denkmal verarbeitet, das an die Maueropfer erinnern soll, die bis 1989 in Berlin zu Tode kamen. hil

Das Kunstwerk wird am Samstag, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, eingeweiht.

Der Bau ist Teil eines Mahnmals, das bis zum 13. August 2012 fertig werden soll. "Dann hoffen wir, die Namen aller 1600 bekannten Opfer dokumentieren zu können, die seit 1945 an der Grenze ums Leben kamen", sagt Sylvia Wähling, Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Cottbus. Nach der Fertigstellung wird das Mahnmal die Form der früheren DDR nachempfinden. Neben den Ziegelsteinen werden Betonelemente verarbeitet, wie sie auch zum Bau der Mauer verwendet wurden.

Seit dem 13. August 2011, dem 50. Jahrestag des Mauerbaus, sammelt das Menschenrechtszentrum Spenden für das Denkmal. 20 Euro kostet der "Kauf" eines Ziegelsteins. Sylvia Wähling: "Bisher haben 90 Bürger aus ganz Deutschland gespendet, oft weitaus größere Summen."

So hat der sächsische Landtag das Projekt mit 500 Euro unterstützt. Die CDU-Fraktion der Cottbuser Stadtverordneten spendete 220 Euro. Zur Eröffnung des ersten Abschnittes des Mahnmals sind alle Cottbuser eingeladen. Pfarrer Christoph Polster wird eine Andacht halten. Der Musiker Mario Faust, Sohn eines ehemaligen Häftlings, sorgt für musikalische Umrahmung. Als Gast wird Karen Gueffroy, Mutter des letzten Mauertoten, erwartet.

10. Dezember, 14 Uhr, Bautzener Straße 139 in Cottbus