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| 02:36 Uhr

18-jähriger Spremberger beleidigt zwei Polizisten

Die Staastanwaltschaft Görlitz veröffentlicht neue Erkenntnisse im Verfahren gegen den Beschuldigten S.
Die Staastanwaltschaft Görlitz veröffentlicht neue Erkenntnisse im Verfahren gegen den Beschuldigten S. FOTO: creationc
Spremberg/Cottbus. Mit einer Hasstirade sind in der Nacht zum 23. August 2016 zwei Polizisten bei einem Einsatz in der Lindenstraße in Spremberg überschüttet worden: "Drecksbulle, Affenkopf, Bullenschweine – ab die Beine.

" Der 18-jährige Spremberger, der den jungen Polizisten solche Worte entgegenschleuderte, war nicht einmal der Straftäter. Einer seiner damaligen Freunde soll ein Straßenverkehrsschild mit Tritten malträtiert haben, bis die Polizei kam - aber das war am Dienstag nicht Gegenstand der Verhandlung.

Der junge Spremberger ist geständig. Kaum hat die Staatsanwältin ihre Anklage verlesen, erklärt er: "Stimmt alles!" Die beiden Polizisten, die als Zeugen geladen sind, müssen nicht aussagen. Einer von ihnen hat den Brief dabei, in dem sich der 18-Jährige bereits über den Täter-Opfer-Ausgleich in Spremberg bei ihnen entschuldigt hatte. Er sei damals alkoholisiert gewesen, erklärt der Jugendliche.

Sich noch einmal öffentlich bei den Polizisten zu entschuldigen, fällt ihm nicht ein. Er werde bald Vater, erzählt er der Richterin. Er habe sich vom damaligen Freundeskreis fast ganz losgesagt, suche eine Ausbildung, habe einen Mietvertrag unterschrieben. Er wolle unter seinen Straftaten jetzt einen Schlussstrich ziehen.

Der Jugendgerichtshelfer an seiner Seite kann das nur hoffen. Der Auszug aus dem Bundeszentralregister beginnt 2013 mit gefährlicher Körperverletzung. Auch eine gemeinschaftliche Nötigung, das Verwenden von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisation und eine Bedrohung sind dort aufgezählt. Eine ernsthafte Strafe bekam er dafür nicht. Es reichte nicht mal für einen Crash-Kurs zur Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI). Er gestehe stets seine Taten, sagt der Jugendgerichtshelfer und erklärt: "Dass er jetzt Vater wird, heißt nicht, dass er erwachsen ist. Wir müssen warten, ob er die Kurve kriegt."

Die Richterin sieht den Tatbestand der Beleidigung erfüllt und verurteilt den Spremberger nach dem Jugendstrafrecht zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit und zum Kurs zur sozialen Integration im Cottbuser Jugendrechtshaus. Eine Woche Zeit bleibt, um gegen das Urteil in Berufung zu gehen.