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Grützwurst-Rallye
Mit Rätsel und Aufgaben zum Ziel

75 Teilnehmer konnten am Samstagmorgen zur diesjährigen traditionellen Rallye-Tour beim MC-Spremberg in Trattendorf begrüßt werden.
75 Teilnehmer konnten am Samstagmorgen zur diesjährigen traditionellen Rallye-Tour beim MC-Spremberg in Trattendorf begrüßt werden. FOTO: mat1
Spremberg. Seit den 70er Jahren findet beim Motorsportclub Spremberg (MC) die jährliche Grützwurst-Rallye statt, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. So starteten am Samstagmorgen 75 Teilnehmer in 17 Teams. Martina Arlt

Im Starterfeld befanden sich auch zwei Teilnehmer mit ihren Oldtimer-Motorrädern.

Die Teams gaben sich witzige Namen wie "Kick-Starter 77", "Kaliber-Racer" oder "Weinbergschnecken". Auch zwei Kinderbusse starteten, die von Jürgen Regulin und Juliane Hoffmann chauffiert wurden. Unterstützt wurde der MC dabei vom Ford-Autohaus Neumann. Die Jüngsten wurden mit Süßigkeiten und Capri-Sonne verwöhnt. Erwartungsvoll sahen die Erwachsenen-Teams den Tag entgegen, der voller Überraschungen steckte. Etwas Hintergrundwissen sollten die Starter schon mitbringen, um die 100-Kilometer-Tour erfolgreich zu absolvieren, denn ein Navi ist nicht erlaubt. Die Starter wurden mit einer Fahrerkarte, einem Einleitungsblatt und einer Wegbeschreibung ausgestattet. "Die Wegbeschreibung ist etwas witzig, zweideutig geschrieben. Auf jeden Fall müsst ihr euch die Route selbst festlegen. Wenn nichts mehr geht, dann könnt ihr auch den Rallye-Notruf wählen", sagt Matthias Schulz vom MC Spremberg.

Bevor er jedoch die Fahne für die Teilnehmer an der Starterlinie schwenkte, gab es ein Fahrermeeting. Dorit Neumann lud auf dem MC-Gelände in Trattendorf zu einer zünftigen Erwärmung ein.

Zu den "alten Hasen" bezüglich der Rallye gehörte der Spremberger Wilfried Paulusch vom Oldie-Team. Er startete mit seinem grünen Trabi Baujahr 1979 und hatte Gerd Heinze und Manfred Kopietz im Schlepptau. Wilfried Paulusch gehörte schon mehr als 25 Mal in der langen Rallye-Zeit zu den Teilnehmern, wie er am Samstag berichtete. "Es macht einfach Spaß. Der Fahrauftrag ist schon schwierig, man muss oft um die Ecke denken. Doch das große Ziel ist immer das Grützwurst-Essen", sagt Wilfried Paulusch lächelnd. Schließlich kenne fast jeder noch aus früheren Zeiten so ein richtiges Schlachtfest: "So fern man die Location findet, lassen wir uns das Geschlachtete dann zum Abschluss der Tour in einem Gasthaus schmecken."

Als wohl auffallendste Karosse des Tages galt das Auto von Mathias Pohl, das als "Pohlizeiauto" aufgehübscht wurde.

Für die Streckenführung zeichneten sich in diesem Jahr Ulf Michala sowie Claudia und Matthias Schulz aus. Besonders Familie Schulz liefert immer wieder sehr originelle Ideen, um den Spaßfaktor für die Teilnehmer an den neun Stationen zu erhöhen.

So führte die Strecke am Samstag zum Sonntagschen Haus in Spremberg, zur Rühlmühle Neustadt/Spree, nach Mulkwitz zum Holzstamm sägen, Rohne zum Njepila-Hof, nach Halbendorf zu sportlichen Aktivitäten, Weißwasser zum Schweren Berg über Krauschwitz, Sagar, Bad Muskau, bis hin zum Ziel "Wolfshainer Hof".

Im Rahmen der Aufgabenstellung mussten die Teams auch Laub wiegen, genau 392 Gramm Herbstlaub sollten sich dabei im Laubsack befinden. Ob Paddeln auf der Spree, eine Heukarre mit Wasser balancieren oder Basketball und Dart spielen, die Teilnehmer wurden sportlich gefordert. Unterwegs war immer wieder einmal ein Schild zu entdecken, das ein Hinweis zur Tour gab. Denn als großen Anreiz winkten Pokale und sogar eine rote Laterne für den Letzten.

"Auch die rote Laterne ist unter den Teilnehmern begehrt. Das muss nicht das Team sein, das als letztes hier zeitlich gesehen eintrifft. Dazu hören auch die Lösungen der Aufgaben. Das alles ergibt dann das Team, das die rote Laterne erhält. Vor drei Jahren erhielten wir diese rote Laterne, die heute bei uns am Kamin steht", erzählt Annett Laux. Auf jeden Fall soll es im nächsten Jahr wieder eine Nacht-Rallye geben.