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| 02:37 Uhr

128 Talente haben sich gefunden

Richard Koal und Ande Eitner starten am Wochenende in Hamburg beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert". Am 13. Juni beim EnviaM-Regionalwettbewerb in Spremberg haben sie aber mal ein Heimspiel.
Richard Koal und Ande Eitner starten am Wochenende in Hamburg beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert". Am 13. Juni beim EnviaM-Regionalwettbewerb in Spremberg haben sie aber mal ein Heimspiel. FOTO: Annett Igel
Spremberg. Dass junge Leute in Ensembles gemeinsam Musik machen, das fördert die Envia Mitteldeutsche Energie AG seit Jahren. Inzwischen ist die Resonanz auf "Pauke sucht Cello" oder "Geige sucht Klarinette" in Brandenburg so groß, dass der Regionalwettbewerb am 13. Juni im Spremberger Schloss locker als Landeswettbewerb durchgeht. 47 Ensembles aus 17 Musikschulen kommen. Annett Igel-Allzeit

In diesem Jahr sucht übrigens die Tuba einen Tenor. Wie Norbert Löhn, Projektleiter des EnviaM-Wettbewerbs beim Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburgs, erläutert, ist bewusst der Sänger ins Motto gewählt worden. "Die Sänger haben wir bisher etwas vernachlässigt, das wollen wir ändern."

Das Konservatorium Cottbus schickt zehn Ensembles ins Rennen. In der Musik- und Kunstschule Spree-Neiße haben sich acht und in der Kreismusikschule Elbe-Elster sieben Gruppen gefunden. Dahme-Spreewald, das Havelland, Hennigsdorf, Potsdam und Märkisch-Oderland sind ebenfalls mit mehreren Gruppen vertreten. Jeweils ein Ensemble melden die Musikschulen Brandenburg, Rathenow, Oberhavel, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark, Oberspreewald-Lausitz, Frankfurt (Oder), Guben und Eggersdorf.

Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt laufen im Juni die Regionalwettbewerbe. Aber dort ist die Zahl mit 20 und 16 Ensembles nicht so hoch. In den 47 Brandenburger Duos und Gruppen spielen und singen 128 Kinder und Jugendliche und sichern große Vielfalt. Wie Sonja Junghänel, Leiterin der Musik- und Kunstschule Spree-Neiße, bestätigt, sind Duos am Klavier ebenso zu erleben wie Bläserensembles, Streichquartette und sechs Stimmen a cappella. 28 Schlagzeuger und ein Kontrabassist kommen. "Den angemeldeten E-Bass habe ich gerade in Rheinsberg kennengelernt. Wir dürfen uns freuen", verspricht Löhn.

Trotzdem, gesteht Daniela Blasek, Referentin von EnviaM, wird es sportlich, 28 Ensembles der Altersklasse II (Jahrgänge 1995 bis 2000) und 19 Gruppen der Altersklasse I (ab Jahrgang 2001) an einem Tag zu hören. Im Festsaal des Schlosses und im Podiumssaal laufen bis in den späten Nachmittag hinein Vorspiele.

Dass Spremberg den Regionalwettbewerb zum zweiten Mal austrägt, liegt daran, dass Daniela Blasek 2012 hier ein "Rundum-Sorglos-Paket" erlebt hat. Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier weiß die Partnerschaft mit der Musik- und Kunstschule zu schätzen. Sie hofft, dass die jungen Musiker am 13. Juni auch ein bisschen Zeit für die Stadt haben. Aber sie bereue sehr, dass sie es abgelehnt hat, selbst Jury-Mitglied zu sein. Norbert Löhn nickt: "Wir haben in der Jury mit Vertretern des MDR-Sinfonieorchesters und der Deutschen Streicherphilharmonie Leute hohen Sachverstand. Aber auch kommunale Vertreter schätzen wir in der Runde. Sie verraten uns nämlich, bei welchem Stück sie eine Gänsehaut bekommen."

Gert-Dieter Andreas, Fachbereichsleiter für Schule und Kultur im Spree-Neiße-Kreis, hofft, dass die Instrumente reichen. Für die Ausstattung der Musik- und Kunstschule hatte der Landkreis im Jahr 2014 nämlich 25 000 Euro ausgegeben, sagt er. Ein weiterer Flügel, so Sonja Junghänel, wird extra ins Schloss gebracht, dann müssten nur noch ein paar Klaviere hin- und hergeschoben werden - "damit die jungen Leute unsere besten Instrumente zur Verfügung haben."

Zum Thema:
Der EnviaM-Regionalwettbewerb "Musik aus Kommunen" läuft am 13. Juni im Spremberger Kulturschloss. Im Festsaal gehen von 8.30 bis 18 Uhr die Ensembles ab dem Jahrgang 2001 an den Start. Im Podiumssaal sind die Jugendlichen der Jahrgänge 1995 bis 2000 von 10 bis 17 Uhr zu erleben. Um 19 Uhr beginnt die Abschlussveranstaltung in der Aula des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums - mit den Besten. Die Vorspiele und der Abschluss sind öffentlich, der Eintritt ist frei.Das Finale mit Teilnehmern aus Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt steigt am 14. November in der Oper Chemnitz. Die Preise im Regionalwettbewerb liegen zwischen 1000 Euro für Platz 1 und 300 Euro für Förder- und Sonderpreise. Wer das Finale in Chemnitz gewinnt, darf sich auf 2000 Euro freuen.