Von Stephan Meyer

In der Lausitz gibt es viele Möglichkeiten ins Wasser zu kommen. Die meisten Badestellen sind jedoch unbewacht. „Da besteht die Gefahr, dass im Ernstfall keiner da ist, der hilft“, sagt Daniel Keip, Pressesprecher der DLRG Brandenburg. „Jedes Schwimmbad ist hingegen ein Ort, wo man unter Aufsicht sicher das Schwimmen lernen kann“, argumentiert er. In den Bädern hätten haupt- und ehrenamtliche Kräfte das Becken im Blick. Sie könnten gut einschätzen, wer wie lange im Wasser bleiben kann.

Gerade für Kinder seien in Freibädern besser aufgehoben. „Entgegen den Hollywood-Szenarien ertrinken sie ganz leise“, erläutert Keip. Wenn sie überfordert sind haben sie keine Kraft mehr, für einen Hilferuf. Insgesamt gebe es genügend Rettungsschwimmer in Brandenburg, so der DLRG Brandenburg-Sprecher. Jeder Polizist habe eine Rettungsschwimmerausbildung absolviert, viele Feuerwehrkameraden ebenfalls. Rund 4000 Rettungsschwimmer stellt die DLRG in Brandenburg. Knapp noch einmal die gleiche Menge stellt die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes.

In Brandenburg lernen Grundschüler früh schwimmen, weiß Keip. Das Schwimmbad sei das Mittel der Wahl. „Dort ist immer jemand der die Aussicht hat. In einer vertrauten Umgebung können Kinder lernen sich sicher im Wasser zu bewegen und die Gefahren des Wassers richtig einzuschätzen.“

Die Dichte an kommunal betriebenen Schwimmbädern ist aktuell gut, bescheinigt Keip. „Es ist eher so, dass Bäder gehalten oder sogar neu gebaut werden. Viele Kommunen wissen, dass Schwimmbäder notwendig sind.“ Bei Freibädern oder bewachten Badestellen ist das jedoch anders. Sie werden oft nicht hauptamtlich betrieben. Wenn ehrenamtliche Kräfte wegbrechen wird es problematisch. Jüngstes Beispiel Bad Saarow. Dort musste die DLRG wegen Personalmangels die Badestelle aufgeben.

„Baywatch in Brandenburg ist nur mit Ehrenamtlichen möglich“, sagt Keip. „Das ist eine große Herausforderung.“ Problematisch ist es, wenn Jugendliche, die in die DLRG hereingewachsen sind, nach dem Abitur oder der mittleren Reife in die weite Welt ziehen. „Daher werben wir um weitere Unterstützer. Das gelingt uns zum Teil auch schon, es könnten aber noch mehr sein“, so Keip.