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| 02:57 Uhr

Zwischen Olgahöhe und Glockenturm

Blick auf die Triangulationssäule auf der Olgahöhe.
Blick auf die Triangulationssäule auf der Olgahöhe. FOTO: T. Richter/trt1
Sella. Sella gilt als der südöstlichste Ort im Landkreis. Von drei Seiten umrahmt die Sachsengrenze das Dorf. Ein Besuch lohnt sich – in Sella warten versteckte Schätze. Torsten Richter / trt1

Wer Sella über die Landstraße in Richtung Sachsen verlässt, konkreter nach Grüngräbchen, muss an einem Hügel vorbei. Westlich der Straße befindet sich die Olgahöhe. Dabei handelt es sich um eine Erhebung 147 Meter über dem Meeresspiegel. Auf seinem Gipfel thront eine granitene Säule aus dem Jahr 1865. Laut der Grüngräbchener Ortschronik erhielten diese Punkte zumeist besondere Bezeichnungen. In diesem Falle eben Olgahöhe. Damit sollte der Frau des damaligen Rittergutsbesitzers Oskar Platz eine Ehre erwiesen werden. Triangulationssäulen dienten einst der sächsischen Landesvermessung. Nach den Angaben des Heimathistorikers Hans-Joachim Gawor gibt es von ihnen in der Lausitz rund 20 Exemplare.

Die Olgahöhe befindet sich auf dem Gipfelplateau des sogenannten Fuchsberges, etwa 300 Meter westlich der Ortsverbindung Sella - Grüngräbchen. Zu erreichen ist sie, indem man nach der Einfahrt zum weithin sichtbaren Funkturm in südlicher Richtung den nächsten Weg nach Westen einbiegt. Dieser führt direkt zur Olgahöhe.

In unmittelbarer Nähe der Olgahöhe verläuft die Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg. Diese ist an der Straße von Grüngräbchen nach Sella durch historische Grenzsteine markiert. Laut Hans-Joachim Gawor gab es von diesen einstmals 243 Stück. Heute sollen es immerhin noch rund 160 sein.

Von der Grenze ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Sella. Der aus dem Sorbischen stammende Ortsname bedeutet so viel wie "Schildkrötensumpf". Während der NS-Zeit trug der Ort die Bezeichnung "Lindhain". Wahrzeichen von Sella ist zweifelsohne der Glockenturm aus dem Jahr 1886. Anno 1904 erfuhr die Konstruktion eine Erhöhung um vier Meter. Darüber hinaus hatten die Einwohner Geld gesammelt, sodass eine Turmuhr eingebaut werden konnte. Seit 21 Jahren funktioniert diese elektronisch. Und zur Jahrtausendwende wurde der komplette Turm saniert. Die Glocke ist wesentlich älter als das Bauwerk. Sie stammt aus dem Jahr 1747 und läutete zunächst in der Schwepnitzer Kirche.

Untrennbar mit dem Glockenturm ist die Sage von der Errichtung des neuen Dorfes Sella verbunden. Dieses soll sich ursprünglich an einer anderen Stelle befunden haben. Da es abgebrannt sein soll, entschlossen sich die Bewohner, es anderswo wieder neu aufzubauen, so die Sage. Dort entstand auch eine Kirche, die allerdings wegen des feuchten Untergrundes eingesunken sein soll. Lediglich den Turm habe dieses Schicksal verschont. Ob die Sage nun stimmt oder nicht, Sella und die Olgahöhe sind einen Besuch wert.