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Schwarzheide
Zwei Tage Marktzauber mit Akkordeon und viel Wein

In der Lutherkirche spielte das Orchester der Musikschule Fröhlich ein besinnliches Adventskonzert.
In der Lutherkirche spielte das Orchester der Musikschule Fröhlich ein besinnliches Adventskonzert. FOTO: Mirko Sattler
Schwarzheide. Der Schwarzheider Weihnachtsmarkt lud erstmalig am gesamten Wochenende zum „Glühen“ ein. Von Mirko Sattler

Klein aber fein präsentierte sich der diesjährige Weihnachtsmarkt der Chemiestadt im Herzen von Schwarzheide-West. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Temperaturen um den Gefrierpunkt und etwas weiße Pracht am Samstagmorgen sorgten zusätzlich für weihnachtliche Stimmung. Rund um die alte Schule und Kirche auf der Dorfaue bummelten die Schwarzheider und ihre Gäste.

Zum ersten Mal fand der Weihnachtsmarkt an zwei Tagen statt. Ob dieses Experiment letztendlich weitergeführt wird und der Weihnachtsmarkt nun jedes Jahr am gesamten zweiten Adventswochenende stattfindet, stand zum Zeitpunkt der RUNDSCHAU-Anfrage noch nicht fest. Seit 2009 wird der Weihnachtsmarkt auf der Dorfaue zelebriert. Was schon immer dazugehörte: ein alter weißbärtiger Mann. In Schwarzheide holten ihn die Kids persönlich aus dem naheliegenden Wald und zogen mit dem Weihnachtsmann zusammen ans wärmende Feuer, wo er für jedes Kind noch eine kleine Überraschung aus seinem Geschenkesack zauberte. Knapp zwei Stunden nahm er sich für die Kinder Zeit.

Einen bunten Adventsstrauß mit  Akkordeonmelodien überreichte das Orchester der Musikschule Fröhlich. In ihrem einstündigen Adventskonzert in der Kirche spielten sie besinnliche amerikanische Lieder, aber auch welche, die zuvor auf dem Markt noch nicht über die Lautsprecher zu hören waren. Zum vierten Mal sind die musikalischen Künstler nun schon auf dem Schwarzheider Weihnachtsmarkt zu Gast. Im Anschluss sangen die Kids der Kita „Entdeckerland“.

Seit vier Jahren verkauft Patrick Deckert mit seiner Firma „Pepes Food-Kitchen“ selbstgemachten Glühwein, Hotdogs und Burger. „Der Glühweinverkauf läuft richtig gut. Am Samstag ging mit 80 Litern fast der gesamte Vorrat über den Tresen. Ich hoffe, dass die restlichen 20 Liter heute noch reichen werden“, meint der 31-Jährige, der schon mal einen kleinen Rüffel von den Gästen bekommt, wenn er keine Burger im Angebot hat.

Dass der selbstgemachte Glühwein schmeckt, sagt auch Familie Lorenczyk aus Schwarzheide. „Wir werden bestimmt noch einen von dort trinken. Ansonsten finden wir den Weihnachtsmarkt etwas langweilig. Hier müsste mehr Stimmung sein. Früher war der Weihnachtsmarkt irgendwie anders“, meinen Jerzy Jan und Christin Lorenczyk.

Dass wenig geboten wird, vor allem für die Kinder, dem stimmt auch Daniela Würfel zu. „Der Weihnachtsmarkt ist schön, für die Erwachsenen. Für Kinder wird aber wenig geboten. Im vergangenen Jahr gab es eine große Eisenbahn. Hier müsste wieder an 2016 angeknüpft werden und zum Beispiel eine Hüpfburg aufgebaut werden. Dass der Weihnachtsmarkt über zwei Tage geht, finde ich dagegen gut. Nicht alle haben am Samstag Zeit“, so die 48-jährige Schwarzheiderin. Im Rahmenprogramm gab es eine Bastelstraße, am Samstag eine Märchen-Oma, einen Fotografen und Töpfern zum Mitmachen.