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| 18:41 Uhr

Fusion der Tourismusverbände
Zwei in einem Boot: Reiseregion wird größer

Drei Landräte fügen zusammen, was jetzt zusammengehört: Die Tourismusverbände Lausitzer Seenland und Niederlausitz sind fusioniert. Die Verschmelzung wird hier mit einer Landkarte aus Schokolade - angefertigt von der Confiserie Felicitas in Hornow - von Michael Harig, Harald Altekrüger und Siegurd Heinze symbolhaft vorgenommen.
Drei Landräte fügen zusammen, was jetzt zusammengehört: Die Tourismusverbände Lausitzer Seenland und Niederlausitz sind fusioniert. Die Verschmelzung wird hier mit einer Landkarte aus Schokolade - angefertigt von der Confiserie Felicitas in Hornow - von Michael Harig, Harald Altekrüger und Siegurd Heinze symbolhaft vorgenommen. FOTO: LR / Catrin Würz
Senftenberg/Spremberg. Das Lausitzer Seenland und die Niederlausitz verschmelzen zu einem zukunftsfähigen großen Tourismusverband. Von Catrin Würz

Gemeinsam in einem Boot: An sprachlichen Bildern und Metaphern fehlt es an diesem Dienstag nicht, als gleich drei Landräte aus Bautzen, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße gemeinsam den Vollzug einer lange vorbereiteten Fusion verkünden: Seit dem Eintrag ins Vereinsregister im Mai sind der bisherige Tourismusverband Lausitzer Seenland und der Tourismusverband Niederlausitz nun sprichwörtlich miteinander verschmolzen wie die süße Schokoladen-Landkarte, die die Hornower Confiserie Felicitas von der neuen, größeren Reiseregion extra für diesen Zweck gefertigt hat.

Unter dem gemeinsamen Markenauftritt als Urlaubsregion Lausitzer Seenland reicht das Gebiet des neuen Tourismusverbandes nun künftig von Lauchhammer und Lichterfeld im Westen bis nach Forst und Boxberg im Osten, von Hoyerswerda im Süden bis nach Guben im Norden. Dem neuen Seenland-Tourismusverbund gehören demnach die Städte Forst und Guben, die Gemeinde Schenkendöbern und der Landkreis Spree-Neiße neu an. Zum Urlaubsgebiet Lausitzer Seenland gehören damit künftig auch der Forster Rosengarten, der Oder-Neiße-Radweg und der Geopark Muskauer Faltenbogen dazu.

Fast zwei Jahre ist an der Fusion gearbeitet worden, die viele Vorteile bringen soll, wie alle Seiten betonen. „Um den Tourismus im Lausitzer Seenland zukunftsfähig zu machen, müssen wir einfach in größeren Strukturen denken. Die Urlauber tun das auch“, sagt der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU). Mit der zunehmenden Mobilität der Urlauber habe sich für die Gäste die Wahrnehmung regionaler Grenzen verändert. Zudem müsse das Tourismusmanagement und -Marketing leistungsfähig und schlagkräftig aufgestellt sein, um all die neuen Herausforderungen von Internet-Auftritten über Online-Buchungssysteme und Publikationen bis zur Entwicklung ganz neuer touristischer Angebote leisten zu können. Dafür sollen die Synergieeffekte genutzt werden, die sich ergeben, wenn aus zwei Verbänden einer wird.

Das bestätigt auch OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos): „Die Zeit touristischer Kleinstaaterei ist vorbei. Als kleiner Verband geht man heute in der Fülle der Angebote einfach unter“, betont er.

Freilich ist bei den Verbandsmitgliedern auch die Frage gestellt worden: Passen die beiden Regionen zusammen? Ja, das tun sie, bestätigt der bereits neu in den Verbandsvorstand gewählte Spree-Neiße-Vertreter Olaf Lalk: Die vergrößerte Urlaubsdestination sieht im Fahrradtourismus, im Wasser und mit der Bergbau-Landschaft im Wandel ihr großes Potenzial. Vor allem Radfahren und die Landschaft im Wandel seien auch im bisherigen kleinen Niederlausitz-Verband prägend gewesen.

Geschäftsführerin Kathrin Winkler freut sich auf die Arbeit im neuen größeren Verband. Schon seit Januar werde die Region gemeinsam vermarktet - auf Messen, in Publikationen und im Internet. Im Ferienjournal 2018 sei keine Trennung mehr zwischen den Regionen zu sehen. Auch bei den Seenlandtagen Ende April waren bereits Angebote aus der Niederlausitz dabei. „Momentan haben wir den Flyer für die Niederlausitzer Bergbautour überarbeitet, einem Radwanderweg, der ohnehin schon beide Regionen durchzieht. In Planung ist eine neue Campingkarte, die die Niederlausitz mit einschließt“, so Kathrin Winkler

Die neue, größere Urlaubsdestination Lausitzer Seenland weist nun insgesamt 753 000 Übernachtungen aus. Das Ziel sei aber klar: Eine zukunftsfähige Urlaubsregion sollte etwa 1,5 Millionen Übernachtungen vorweisen können, empfehlen Tourismusstudien. „Das ist auch unser Ziel“, sagt Kathrin Winkler. Ob auf weitere Gebietsvergrößerungen geschielt werde, wird bislang nicht bestätigt. „Mit dem Cottbuser Ostsee gäbe es zumindest einen Bereich, der sehr gut ins Seenland passen würde“, stellt OSL-Landrat Siegurd Heinze einfach mal in den Raum.

Großes Medieninteresse für die Fusion: Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des neuen, größeren Tourismusverbandes, gibt Interviews.
Großes Medieninteresse für die Fusion: Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des neuen, größeren Tourismusverbandes, gibt Interviews. FOTO: LR / Catrin Würz