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Illegale Mülldeponien
Tausende Tonnen schwerer Ärger mit altem Müll

In der Senftenberger Ackerstraße sollen laut Landesregierung etwa 3000 Tonnen Altreifen liegen - illegal.
In der Senftenberger Ackerstraße sollen laut Landesregierung etwa 3000 Tonnen Altreifen liegen - illegal. FOTO: Jan Augustin / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Senftenberg/Lauchhammer. Berge von alten Reifen, Gummi, Bauschutt - auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gibt es illegale Abfallanlagen. Von Jan Augustin

Bei dem Altreifen-Lager in der Senftenberger Ackerstraße soll es sich um eine illegale Abfall-Deponie handeln. Das geht aus einer Antwort der Brandenburger Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Benjamin Raschke (Bündnis 90/Grüne) hervor. Raschke erhielt eine detaillierte Auflistung von fast 90 illegalen Mülldeponien. Unter ihnen auch die in Senftenberg. Hinter dem eingezäunten Gelände stapeln sich bergeweise alte Reifen. Die Menge wird auf rund 3000 Tonnen geschätzt. Als Name der Anlage ist die Lausitz Gummi GmbH angegeben. Auf dem Briefkasten am Eingangstor steht jedoch ein anderes Unternehmen. Laut Handelsregister hat die in diesem Jahr gegründete Firma ihren Sitz in Hamburg, handelt mit Reifen oder verarbeitet diese zu Granulat und Gummimehl. Eine Internetseite oder Telefonnummer ist nicht hinterlegt. Zuständige Behörde ist das Landesamt für Umwelt. Von den im Jahr 2008 bekannten 108 Altanlagen, die durch die Umweltbehörden überwacht werden, befinden sich 45 in Zuständigkeit des Landes. Nahezu 50 Prozent dieser Abfallansammlungen sind inzwischen beräumt worden, heißt es in der Antwort der Landesregierung.

Nicht in Zuständigkeit des Landes, sondern des Oberspreewald-Lausitz-Kreises befindet sich indes ein Grundstück in Lauchhammer, auf dem etwa 6000 Tonnen mineralische Abfälle wie Bauschutt und circa 160 Tonnen Kabelgranulat lagern sollen. Das bestätigt die Sachgebietsleiterin der unteren Abfall- und Bodenschutzbehörde, Carla Berger. Der ehemalige Mieter des Grundstückes, eine GmbH, war 2009 Pleite gegangen. Da der Verursacher nicht mehr zur Beseitigung der Abfälle herangezogen werden konnte, sei der Grundstückseigentümer für die Entsorgung zuständig. Die Kosten wurden auf mehr als eine Million Euro geschätzt. Eine Gefahrenabwehrmaßnahme sei nicht erforderlich: „Die Abfälle lagern auf einem komplett gesicherten Grundstück und größtenteils auf versiegelten Flächen, so dass hier kein unmittelbarer Handlungsbedarf gesehen wird“, so Berger. Weitere illegale Abfallansammlungen im Landkreis sind der Behörde nicht bekannt.