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Zwei Denkmale begleiten Drews

Manfred Drews mit dem Entwicklungskonzept für das Amt Plessa aus den Anfängen seiner Amtszeit zu sehen.
Manfred Drews mit dem Entwicklungskonzept für das Amt Plessa aus den Anfängen seiner Amtszeit zu sehen. FOTO: Veit Rösler
Plessa. Manfred Drews gehört zu den vier dienstältesten Amtsdirektoren und Bürgermeistern im Elbe-Elster-Kreis. Vor 20 Jahren, im Januar 1993, trat er die Stelle des Plessaer Amtsdirektors an. Bis 2016 wird der heute 59-Jährige diese Funktion noch ausüben. Antje Posern

Wegen Verwandten in Senftenberg stand mit dem Mauerfall für den Diplom-Verwaltungswirt und seine Frau Claudia fest, beim Aufbau im Osten mitzuhelfen. Da kam für den damaligen Leiter des Ordnungsamtes der nordrhein-westfälischen Gemeinde Langenberg die Ausschreibung in Plessa gerade recht. Dabei nahm er zunächst an, dass es nach Thüringen geht. Bei Kahla dachte er ans Porzellan. Das Missverständnis klärte sich mit der Einladung zum Bewerbungsgespräch schnell auf. Ursprünglich hatte ein anderer das Rennen gemacht, der die Stelle dann aber doch nicht antreten wollte. So kam der damalige Amtsausschussvorsitzende Helmut Jahre auf Manfred Drews zurück, der kurz vor Weihnachten 1992 im Kulturhaus zum Amtsdirektor gewählt wurde.

Besonders die ersten Jahre hat er in sehr guter Erinnerung. Das Gesetzeskorsett habe damals in der Arbeit noch nicht so eingeengt, begründet er. Fördermittel flossen. "Wir konnten in kurzer Zeit viel bewegen", denkt er zurück. Die Infrastruktur im Amt auf Vordermann zu bringen, war ihm wichtigstes Anliegen. Straßen wurden gebaut, Kindergärten und Schulen dem Standard angepasst, die Feuerwehren nach und nach ausgestattet.

Die zwei großen Denkmale in Plessa - das Kulturhaus und das Kraftwerk - begleiten Manfred Drews inzwischen seit 20 Jahren. Dass für beide Objekte noch keine zufriedenstellenden Zukunftsweichen gestellt werden konnten, ärgert ihn. "Und es ist leider nicht zu erkennen, dass es hier in meiner Amtszeit noch eine Lösung gibt", räumt er ein. Weder Gemeinde noch Verein können das Kraftwerk auf Dauer halten. Geld werde benötigt, damit eine auf wirtschaftlich runden Füßen stehende Nachnutzung überhaupt erst ermöglicht wird, ist Drews überzeugt. Auch mit dem Kulturhaus ist die Gemeinde allein überfordert. Ein Objekt dieser Größenordnung sei nur im Verbund zu stemmen. Auch wenn Fördergelder für die Sanierung fließen, sei die Unterhaltung des Hauses nicht zu unterschätzen und für eine gute Auslastung zu sorgen. Als Amtsdirektor unterstütze er die Bemühungen des Kulturvereins weiter, sagt Drews. Persönlich bleibe er skeptisch.

Aber auch in den anderen Amtsteilen sei längst nicht alles erledigt. In Hohenleipisch habe das Warten auf Straßenbauförderung den Gehwegbau zum Beispiel in der Bahnhofstraße bislang ausgebremst, nennt er ein Beispiel. Auch die Ortsdurchfahrt in Staupitz sei ein Sorgenkind. Noch immer müssen Fußgänger hier zum Teil auf der Straße laufen. Dass der finanzielle Spielraum immer enger werde, "macht weder den Bürgern, noch uns Politikern Spaß", sagt Drews weiter. Auch als Vorsitzender der Kreisarbeitsgemeinschaft des Städte- und Gemeindebundes fordert er eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen beziehungsweise eine Aufgabenentlastung.

In den vier verbleibenden Jahren seiner Amtszeit will Drews zwei Themen noch geregelt wissen. Als erstes nennt er die Entwicklung der Schullandschaft. Ziel sei es, beide Standorte in Plessa und Hohenleipisch zu halten. Im Laufe des Jahres erhofft er sich hier mehr Klarheit. Gern würde er auch noch die Weichen für die kommunale Neugliederung mit stellen. Einen größeren Verwaltungsverbund mit den Nachbarn könne er sich hier gut vorstellen, solange die Einwohner vor Ort die notwendigen Dienstleistungen erhalten.

Mit Auslauf seiner Wahlperiode 2016 steht ein Wegzug für Manfred Drews nicht auf der Tagesordnung. "Ich habe hier eine Heimat gefunden", sagt er. In Döllingen habe er gemeinsam mit seiner Frau ein Haus gebaut. Sie hätten hier Freunde gefunden und die Region lieben gelernt.