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Zwangspause im Rüttelstopf-Einsatz

Senftenberg. Der frostige Winter hat die Bergbausanierer an den neuen Seen im Zeitplan zurückgeworfen. Auf den eisfreien Gewässern geht die Arbeit jetzt weiter. Kathleen Weser

Der Angriff des Frostes auf die Lausitzer Seen hat die Bergbausanierer in Großräschen und Sedlitz gebremst. Die schwimmende Technik, mit der das Kliff Lieske von der Wasserseite aus mit dem Rüttler für eine sichere Uferböschung in ein festes Sandgefüge gezwungen muss, musste an Land gebracht werden. Auch das Sanierungsschiff "Klara" auf dem Partwitzer See wurde aus dem Wasser gehoben und in der Zwangspause gewartet. Ab morgen soll der Schubverband wieder Fahrt aufnehmen und die Kalkkur für das Gewässer fortsetzen. Das hat Jens Bäcker, der zuständige Projektmanager der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), gestern im Arbeitskreis des Braunkohlenausschusses für das Seengebiet erklärt. Ein leichter Zeitverzug sei auch in der Töpferbucht des Sedlitzer Sees zu verzeichnen. Hier muss Totholz aus dem Wasser entfernt werden. Dann wird der Skadodamm gesichert.

Am Ableiter für die Lausitzer Seenkette zur Schwarzen Elster wird ebenfalls gearbeitet. Dafür muss die Rainitza verlegt werden. Die Trasse für deren temporären Lauf ist pünktlich abgeholzt worden. Der Artenschutz erlaubt dafür nur ein kleines Zeitfenster. Das Roden der Wurzeln erfolgt jetzt. Sobald der Frost raus ist aus dem Boden, können auf den ersten 300 Metern Rohre verlegt werden.

Am Restloch Heide zwischen Lauta und Hosena sind noch einige Stopflöcher in die hohe Böschung zu treiben, um das Areal gegen Rutschungsgefahren zu sichern. Im Finale der Arbeiten steigt der Porenwasserdruck im lockeren Grund so stark, dass die schwere Technik lange Ruhezeiten einlegen muss, bis die bedenklichen Werte wieder soweit gesunken sind, dass weitergearbeitet werden kann. Das hat den Zeitplan schon gesprengt. Jetzt soll das Restloch im März fertig gesichert sein, formuliert Jens Bäcker das neue Ziel. Das Trägergerät, das hier länger im Rütteleinsatz ist, wird auf der nächsten Großbaustelle der Bergbausanierer für den Auslauf am Sedlitzer See schon sehnsüchtig erwartet.

Der Bau der beiden Horizontalfilterbrunnen, die 151 Gebäude in Brieske dauerhaft vor dem bedrohlich ansteigenden Grundwasser schützen sollen, schreitet indes flott voran. Im zweiten Quartal sollen die Anlagen in Betrieb genommen werden.

Zum Thema:
Am Großräschener See werden derzeit noch drei Böschungsbereiche abschließend gesichert. Im Juni sollen alle neuen Ufer fertig sein. Der Wasserspiegel steigt mit der wieder aufgenommenen Flutung, die im Jahr 2012 gestoppt worden war, recht schnell. Bei 95 Metern über Normalnull liegt er jetzt. Fünf Meter fehlen noch bis zum unteren Endwasserstand. Die Witterung sorgt derzeit für ausreichend Flutungswasser. Das Nass, das im benachbarten Sedlitzer See jetzt ausdrücklich nicht gebraucht wird, wird nach Großräschen gelenkt. Der Ilse-Tunnel, der beide See-Nachbarn verbindet, soll im Frühjahr abgeriegelt werden. Die Auflage der Behörden: Die Dammbalken mussten so ausgesteift werden, dass sie auch Eislasten sicher Stand halten. Das Flutungsziel für den Großräschener See, der Mitte nächsten Jahres im Hafen Wasser haben soll, ist derzeit realistisch.Mit der Erstneutralisation des Bergbaufolgesees, der aus dem Tagebau Meuro entstanden ist, soll in diesem Jahr begonnen werden, kündigt Jens Bäcker an. Um das erste Ziel, einen pH-Wert von 6 zu erreichen, werden etwa 7000 Tonnen Branntkalk in den sauren Seekörper eingespült.