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Zum Reinbeißen: Peickwitzer Pfefferbeißer

Fleischermeister Sebastian Woßlick hat in Domins Fleischküche vor der Grünen Woche Extra-Schichten geschoben, um 200 Pfefferbeißer und 100 Rindsknacker nach Lausitzer Art mit viel Kümmel für die Hauptstädter zu produzieren. Bevor es in der nächsten Woche von Peickwitz aus nach Berlin geht, hängen die Würste noch 20 Stunden im Buchenrauch und drei Tage in der Reifekammer.
Fleischermeister Sebastian Woßlick hat in Domins Fleischküche vor der Grünen Woche Extra-Schichten geschoben, um 200 Pfefferbeißer und 100 Rindsknacker nach Lausitzer Art mit viel Kümmel für die Hauptstädter zu produzieren. Bevor es in der nächsten Woche von Peickwitz aus nach Berlin geht, hängen die Würste noch 20 Stunden im Buchenrauch und drei Tage in der Reifekammer. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Fruchtig, deftig, scharf, honigsüß und vollmundig weich - so schmeckt der Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf der Grünen Woche in Berlin. Auf der Schlemmermeile made in OSL können Rhabarber-Wein aus Hosena, Pfefferbeißer aus Peickwitz, Jagdwurst aus Ruhland und im Eichenfass gereifter Pinotin aus Großrä schen probiert werden. So lecker hat sich der Kreis in Berlin noch nie in Szene gesetzt. Andrea Budich

Wie der Rhabarber-Fruchtwein bei den Berlinern ankommt, das will der Hosenaer Kelterei-Chef Jan Rolla persönlich ausprobieren. Der Wein gehört zu den Neulingen im Hosenaer Sortiment. Vor vielen Jahrzehnten war der Rhabarber-Dessertwein als einer der Ersten in der Hosenaer Kelterei hergestellt worden. "An genau diesen Geschmack wollen wir erinnern", erzählt der Geschäftsführer. Neben dem preisgekrönten goldgelben Apfelsaft von Lausitzer Streuobstwiesen will er in der Hauptstadt den Fokus auf seine Fruchtwein-Palette legen. Dazu gehören Apfel-, Kirsch- und Quittenweine. Für die kleine Kelterei ist es nach zwei Jahrzehnten eine Rückkehr auf die weltgrößte Verbrauchermesse. "Wir hatten uns zurückgezogen, weil der personelle Aufwand für ein kleines Unternehmen viel zu groß war", erklärt Rolla. Unter dem Dach des Gemeinschaftsstandes aber ist der Familienbetrieb wieder mit im Boot.

Die Landkreis-Premiere in Berlin ist somit auch für die meisten regionalen Unternehmer eine Premiere. Von der Wirtschaftsförderung des Landkreises organisiert, wurde das Angebot, sich am Gemeinschaftsstand zu beteiligen, sehr gut angenommen. Wirtschaftsförderin Bärbel Weihmann freut sich darüber, dass im ersten Anlauf gleich zehn Unternehmen die Chance nutzen, sich und ihre Produkte in Berlin zu präsentieren.

Mit 200 Pfefferbeißern und 100 Rindsknackern frisch aus dem Buchenrauch fährt der Peickwitzer Landwirt Thomas Domin mit seiner Frau Kathleen nach Berlin. Bekannt für seine hausschlachtenen Spezialitäten, will er in der Hauptstadt auch über sein innovatives Agroforst-Projekt informieren. "Viele Berliner wissen nicht, wo Peickwitz liegt. Das soll sich ändern", sagt der Bauer, für den Nachhaltigkeit oberste Priorität hat.

Mit seinen Zauberglas-Geschenkideen im Weckglas kutschiert der Senftenberger Unternehmer Uwe Hüsges nach Berlin. Die aus einem Spaß im Sommer des Vorjahres entstandene Geschäftsidee hat schon ordentlich Fahrt aufgenommen. Die ersten 1600 Gläser mit elf verschiedenen Backmischungen sind bereits verkauft. In Berlin soll die neu erfundene Schokotropfen-Muffin-Mischung unters Volk gebracht werden.

Erstmals in Richtung Hauptstadt macht sich auch die Ruhlander Fleischerei Lehmann auf. Präsentiert werden die hauseigenen Konserven mit Leber-, Jagd- und Blutwurst und das Frühstücksfleisch. "Wir wollen damit Appetit machen auf unseren neuen Online-Shop", erklärt Andrea Lehmann.

Die Winzerfamilie Andreas Wobar kredenzt die ausgezeichneten Weine vom Großräschener See. "Wir wollen die Leute mit unseren Produkten in das Lausitzer Seenland locken", erklärt Cornelia Wobar. Die guten Tropfen aus den goldgelben Trauben des Solaris und des tiefroten Pinotin werden von Experten hoch gelobt und nunmehr auch aus der Schweiz nachgefragt. Auf der Grünen Woche stellt die Winzerfamilie sehr bewusst das Weinerlebnis in den Vordergrund - direkt am steilsten Weinhang Brandenburgs mit Blick auf den Großräschener See.

Mit einem eigenen Stand ist die Senftenberger Likörmanufaktur "Scharfes Gelb" bereits zum fünften Mal auf der Grünen Woche präsent. Mit 6000 Flaschen des Kultlikörs sind Heiko Tänzer und Danilo Trasper schon am Mittwoch nach Berlin gerollt. Darunter natürlich die neue Wintersorte Apfelkuchen. Nach scharfen Pralinen, Eis und Kaffee in den Vorjahren wollen die beiden Senftenberger Geschäftsmänner diesmal mit ihren mit Eierlikör gefüllten Krapfen punkten. Die Leckerei wird am Stand der Bäckerei Plentz aus Oberkrämer, nahe Berlin, frisch zubereitet und angeboten. Für Besucher haben die Eierlikör-Macher auch 1000 Jute-Strandtaschen mit ihren scharfen Spezialitäten gepackt.