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Oberspreewald-Lausitz
Zukunft der Schlösser darf nicht ins Ungewisse geraten

Das Schloss Großkmehlen.
Das Schloss Großkmehlen. FOTO: Uwe Hegewald
Großkmehlen/Altdöbern. Der OSL-Landrat und die Amtsdirektoren von Altdöbern und Ortrand wenden sich mit großer Sorge an die Kulturministerin. Von Catrin Würz

Die Zukunft der Schlösser in Altdöbern und Großkmehlen darf nicht ins Ungewisse geraten. Und die Akteure vor Ort müssen in laufende Gespräche zwingend einbezogen werden, um für die Denkmäler eine tragbare und langfristige Lösung zu finden. Dies fordern OSL-Landrat Siegurd Heinze und die Amtsdirektoren Detlef Höhl (Altdöbern) und Kersten Sickert (Ortrand) in einem gemeinsamen Brief an Kultur-Ministerin Martina Münch. Sie reagieren damit auf Spekulationen rund um einen bevorstehenden Verkauf der beiden Schlösser durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. „Mit großer Verwunderung haben wir aus der Presse entnehmen müssen, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als 95-prozentiger Gesellschafter der Brandenburgischen Schlösser GmbH die Absicht hat, sich aus ihrer Verantwortung zurückzuziehen“, heißt es in dem Brief an das Ministerium in Potsdam.

Die Schlösser in Altdöbern und Großkmehlen seien von besonderer bau- und kulturhistorischer Bedeutung für die Region. Beide Denkmäler haben in den vergangenen Jahren eine bedeutende Entwicklung vollzogen, sind eng verbunden mit der Stärkung des ländlichen Raumes und stehen für den Strukturwandel in der Lausitz, heißt es in dem Schreiben weiter. Vor diesem Hintergrund „wäre es alles andere als ein positives Zeichen, wenn durch den Ausstieg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder eine Veräußerung der Schlösser, falls überhaupt realisierbar, dieser für die Re­gion wichtige Prozess zum Stillstand käme“, so der Wortlaut.

Die Denkmäler zu erwerben und somit in kommunales Eigentum zu überführen, sei weder für die Ämter, noch für den Landkreis leistbar. Insbesondere auch die Landesregierung sehe man daher in der Pflicht: „Gerade in der heutigen Zeit des Umbruchs wäre eine Negierung der kulturhistorischen Entwicklung durch die Landesregierung für die Region eine Katastrophe“, erklären der Landrat und die Amtsdirektoren deutlich.

Daher sei es wichtig, dass sowohl im Hinblick auf den Erhalt als auch auf eine mögliche weitere Nutzung der denkmalgeschützten Ensembles für alle Seiten tragbare und langfristigeLösungen erarbeitet werden. Die Akteure vor Ort seien in etwaige Gespräche zwingend einzubeziehen, es sollte nicht über die Regionen und die Köpfe der Menschen hinweg entschieden werden, lautet die Bitte.

Deshalb schlägt Landrat Siegurd Heinze einen Vor-Ort-Gesprächstermin zu der Problematik vor: Der sollte in Altdöbern und Großkmehlen möglichst zu Beginn des kommenden Jahres stattfinden. Ziel sei es, gemeinsam mit allen Betroffenen den aktuellen Stand in der Angelegenheit zu erörtern und sich über etwaige Lösungsmöglichkeiten zu verständigen.

Der Landrat trifft sich in Kürze mit den Vertretern der elf Kommunen in Altdöbern. Hierzu werde auch ein Vertreter der Brandenburgischen Schlösser GmbH erwartet.

Das Schloss in Altdöbern wurde Anfang des 18. Jahrhunderts als Dreiflügelanlage für den sächsischen General Alexander Dietrich von Eickstedt erbaut. Seit 1996 befindet sich das Ensemble im Besitz der Brandenburgischen Schlösser GmbH.

Das Schloss Großkmehlen wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts, vermutlich auf den Resten einer mittelalterlichen Burg, errichtet. Seit 2001 gehört das Schloss der Brandenburgischen Schlösser GmbH. Beide Schlösser wurden bis heute umfangreich saniert.