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Zuflucht finden

"Herr, du bist uns're Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

"

Ich bewundere den Beter aus Psalm 90. Er beginnt mit einer Erkenntnis: In der flüchtigen und unsteten Welt, auch schon vor 2500 Jahren, suchte er einen festen Lebensgrund. Und er fand ihn im Vertrauen auf Gott. Über diesen kleinen Gebetsvers schreibt Axel Kühner: "An einem Lieferwagen eines Handwerkers steht hinten auf einem Aufkleber deutlich für alle Eiligen und Ungeduldigen zu lesen: 'Immer mit der Ruhe. Wir sind auf der Arbeit, nicht auf der Flucht!' Warum sind wir eigentlich so unruhig und aufgeregt, so hastig und aufgescheucht? Sind wir am Ende tatsächlich auf der Flucht? Doch wer jagt uns und hält uns auf Trab? Die Angst, etwas zu versäumen? Die Gier, alles zu bekommen? Die Sucht nach Haben und Gelten? Die Züge der Zeit rasen dahin, und wir glauben, wir dürften sie auf keinen Fall verpassen. 'Unstet und flüchtig wirst du sein auf Erden!' hatte Gott dem Menschen gesagt. Und wir erleben es auch so. Unser Leben ist eine vielfältige Flucht: eine Flucht vor der Arbeit und in die Arbeit, eine Flucht vor der Bindung und in die Bindung, eine Flucht vor uns selbst und zu uns selbst. Ohne Flucht werden wir niemals sein. Es bleibt uns nur die Flucht in die richtige Richtung: umkehren und zurückflüchten zum lebendigen Gott, der auf uns wartet. Aus der Flucht vor der Wahrheit könnte die Zuflucht in die Wahrheit werden. Es gibt nur eine Flucht ins Leben: die Zuflucht zu dem lebendigen Gott."

Und wir können heute beten:

"Herr, nimm du uns die Angst, zu kurz zu kommen und etwas zu verpassen. Das macht uns so unruhig. Bei dir wollen wir Ruhe und Frieden finden."