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| 15:28 Uhr

Zoff um Einschulung ohne Klassenleiter-Name
Unfrieden im Hosenaer Zuckertüten-Land

FOTO: magele-picture - stock.adobe.com / magele-picture
Hosena. Eltern der 20 Erstklässer der Linden-Grundschule in Hosena in Sorge: Sie wissen nicht, ob eine Klassenleiterin für ihre Kinder zur Verfügung steht. Eine offizielle Eltern-Information hat es bis heute nicht gegeben. Das Staatliche Schulamt wiegelt ab: In Hosena besteht keine Lehrer-Not. Von Andrea Budich

Die Zuckertüten sind gekauft, die Ranzen gepackt und der Sportbeutel geschnürt. Bei den 20 Abc-Schützen der Linden-Grundschule Hosena  wächst die Aufregung vor der Einschulung am 18. August.

Aufregung herrscht indes auch bei den Erstklässler-Eltern. Sie sind in großer Sorge. Denn gut drei Wochen vor dem Einschulungstag wissen sie nicht, welche Klassenleiterin ihre Kinder unter die Fittiche nehmen wird. Genau genommen wissen sie nicht einmal, ob überhaupt eine Klassenleiterin vor den Erstklässern stehen wird. Getrieben von den Befürchtungen, dass es ihren Kindern ähnlich ergehen könnte wie den Erstklässern des letzten Schuljahres, herrscht Unfrieden im Hosenaer Zuckertüten-Land. Denn die 1. Klasse des Vorjahres stand praktisch seit November ohne Klassenleiterin und damit ohne feste Bezugs- und Vertrauensperson da.

„Wir tappen im Dunkeln und haben Angst, dass es uns auch trifft“, erzählen mehrere betroffene Mütter und Väter. Ihre Namen wollen sie nicht nennen, weil sie Nachteile für ihre Kinder befürchten (Namen liegen der Redaktion vor).

Aufgebauscht hat sich die Unruhe seit der Elternversammlung am 18. Juni. Mit dem berechtigten Interesse gekommen, wer die 1. Klasse übernimmt, gab es dazu für die Mütter und Väter keine Information. Auch zum Schuljahresende nicht und nicht zum Beginn der großen Sommerferien. „Auf eine erlösende Nachricht in einem Elternbrief warten wir bis heute“, bestätigen die besorgten Eltern.

Die ganze Aufregung kann Schulleiterin Christine Gröbe nicht verstehen. Dass sich die Erstklässler-Eltern mit ihrer Sorge an die Öffentlichkeit wenden, hält sie für den falschen Weg. Sie lehnt es ab, sich zur Sache zu äußern. Nur soviel: Zur Elternversammlung im Juni konnte noch keine Klassenleiterin benannt werden, weil ihr noch keine exakte Stundenzuweisung vorlag.

Vermittelnd in den Hosenaer Zuckerstüten-Streit greift Cornelia Orphal ein. Sie ist im Staatlichen Schulamt Cottbus für die Personalplanung zuständig und ist zudem stellvertretende Leiterin des Schulamtes. Eine Lehrernot gibt es in Hosena nicht. „Die Grundschule hat kein Ausstattungsproblem“, bestätigt sie. An der Linden-Grundschule ist daher auch der Einsatz von Quereinsteigern nicht notwendig. Das aus sieben Lehrkräften bestehende Kollegium geht voll besetzt ins neue Schuljahr. Die Schule verfüge sogar über einen kleinen Personalüberhang von 20 Stunden.

Was die Klassenleitung für die neuen Erstklässler betrifft, so sei dafür einzig und allein die Schulleitung zuständig, betont Orphal. Dass der Name noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde, erklärt sie mit möglichen schulorganisatorischen Gründen. Sie verweist aber auch darauf, dass nirgendwo geschrieben stehe, einen Namen zum Schuljahresende benennen zu müssen. Es reiche aus, wenn dies zum ersten Schultag erfolge.

Darauf setzen inzwischen auch die besorgten Hosenaer Eltern. „Unsere Kinder werden in drei Wochen mit den Zuckertüten überrascht, wir mit dem Namen der Klassenleiterin“, versuchen die Mütter und Väter das beste aus der Situation zu machen.