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| 02:59 Uhr

Zollhaus-Retter will Gastgarten schon im nächsten Sommer eröffnen

Alfred Mueller (l.) zeigt Udo Uka und Hans-Joachim Besing (rechts) auf der Karte die Flureinteilung des Zollhauses und den Verlauf der Schwarzen Elster.
Alfred Mueller (l.) zeigt Udo Uka und Hans-Joachim Besing (rechts) auf der Karte die Flureinteilung des Zollhauses und den Verlauf der Schwarzen Elster. FOTO: Tischer
Ruhland. Alfred Mueller aus Ruhland will das Zollhaus als Begegnungs- und Bildungsstätte wiederbeleben. Bei der Entscheidung, das Zollhaus zu kaufen, habe der 67-jährige gebürtige Wuppertaler nicht eine Minute gezögert. Andrea Tischer/atr1

Bis heute hat er es auch nicht bereut.

Die Idee keimte bei seiner ehrenamtlichen Arbeit im Blauen Kreuz auf. Die Ruhlander Ortsgruppe steht dabei trockenen Alkoholikern und denen, die es werden wollen, unterstützend zur Seite. Alfred Mueller will das Zollhaus unter anderen dem Blauen Kreuz zur Verfügung stellen, um mit der Begegnungs-, Bildungs- und Erlebnisstätte einen sinnvollen Mehrwert zu erzeugen und damit Präventionsarbeit aufzubauen. Sowohl das gastronomische Angebot als auch alle weiteren Aktivitäten und kulturellen Angebote sollen für jeden Geldbeutel erschwinglich und in vielen Bereichen sogar kostenfrei sein.

Die ehemalige Kegelbahn soll zu einer Interimsküche umgebaut werden. Geplant ist, Langzeitarbeitslose als Personal einzustellen. Denn das ist eine weitere Säule des Konzepts: die Schaffung von Arbeitsplätzen. Deshalb sollen später auch Hand- und Heimwerker im Zollhaus in Interessen- und Fördergruppen arbeiten und ihre regelmäßige Einnahmequelle finden. Sie fertigen Spezialitäten aus der Lausitz an oder verkaufen handgefertigte Produkte aus Manufakturen. "Das Zollhaus soll nicht nur erhalten werden", blickt Alfred Mueller in die Zukunft. Es steht schließlich direkt neben dem Ortseingangsschild mit der Aufschrift Ruhland - Tor zur Oberlausitz. "Ein solches Tor soll es wortwörtlich darstellen: eine Präsentation, was wir sind und was wir bieten", zählt Alfred Mueller weiter auf. Den großen Saal, der bekannt ist für seine legendären Tanzveranstaltungen zu DDR-Zeiten, will er sanieren. Konzerte, Lesungen, Börsen, Galerien und Gastspiele sollen darin wieder stattfinden.

Diese Ideen trägt der bekennende Christ nicht allein. Die Blaukreuzgruppe, Angehörige, Kirchgemeinde oder einfach nur begeisterte Mitmacher in und um Ruhland helfen Alfred Mueller. Im Frühjahr 2011 wird er in seinen Bemühungen ausgebremst Alfred Mueller erleidet seinen 3. Herzinfarkt. Die Erholungszeit und Reha wirft das Vorhaben ein ganzes Jahr zurück. Doch für die Unterstützer wie Hans-Joachim Besing steht fest: Wir warten auf unseren Initiator.

Im Mai diesen Jahres gibt es schließlich die erste Zusammenkunft. Wenige Tage später gründet sich die Leitungsgruppe mit Alfred Mueller und Hans-Joachim Besing.

Zwei Tage nach der ersten Baubegehung muss die Feuerwehr drei Mal zum Zollhaus ausrücken. Ein Brandstifter legt an mehreren Stellen des großen Stallgebäudes und der Kegelbahn Feuer und vernichtet damit den gesamten Dachstuhl. Das gelagerte Heu und Stroh lodert immer wieder auf. "Wir brauchten mehrere Arbeitseinsätze, um die Schäden zu räumen und das Stroh aus dem Haus zu bringen, damit kein weiteres Feuer provoziert wird", so Hans-Joachim Besing. Belastend ist für die Leitungsgruppe zudem das sich senkende Fundament des Haupthauses mit Saal, welches etliche Risse im Mauerwerk mit sich führt. Hierfür wendete man sich bereits schriftlich an die LMBV, da die Risse in den Wänden vom Keller bis zum Dach eine Folge der Bergbaulandschaft sein sollen.

Als ersten Schritt will Mueller den Gastgarten im nächsten Sommer eröffnen. Die Leitungsgruppe ist schon dabei, dafür ein Speisenangebot und alkoholfreie Getränke zu planen. Auch an den Spielelemente für Kinder und an einem Kulturprogramm wird getüftelt.