Die Stadt Senftenberg ist als Wohnort gefragt. Doch vor allem hochwertige Mietwohnungen in guter Lage zum Senftenberger See und zur Innenstadt mit allen Versorgungs- und Dienstleistungsfunktionen sind absolute Mangelware. Das Areal des abgerissenen Elfgeschossers am Schlosspark gilt deshalb als Filetstück mit geeignetem Bauland. An der Bergbaustraße soll es als allgemeines Wohngebiet und an der Adolf-Hennecke-Straße als Mischgebiet, das Wohnen und kleinteiliges Gewerbe zulässt, bebaut werden. Die Kommunale Wohnungsgesellschaft (KWG) Senftenberg will die Fläche vermarkten. Investoren stehen in der Wartepo-sition. Denn für den Bebauungsplan ist noch der Segen der Senftenberger Ratsrunde erforderlich. Und der soll am heutigen Mittwoch eingeholt werden.

Darauf, dass die Mehrheit der Stadtverordneten dem Papier die Zustimmung verweigert, hoffen indes die Anwohner Uwe Kirste und Guido Dubielzig. "Unser großer Fehler ist: Wir haben die Offenlage des Bebauungsplanes verschlafen", räumt Kirste zähneknirschend ein. "Wir bedauern sehr, dass wir unsere großen Bedenken deshalb erst in letzter Minute anmelden. Aber es gibt eine bessere Lösung für alle", sagt er. Den unbefestigten Weg zwischen den Grundstücken der Nachbarn weist der Bebauungsplan der Stadt Senftenberg als Hauptzufahrt vom Steindamm in das neue Wohngebiet mit Mehrfamilienhäusern aus. Diese geplante Verkehrsführung zur inneren Erschließung der drei mittig gelegenen Baufelder (Grafik links/

Stadtvorschlag) habe nur Nachteile für alle, sagt Kirste, der vor seiner Selbstständigkeit als Sachverständiger beruflich selbst in einer Bauverwaltung tätig gewesen ist. Er wirft in den Ring, mit einer Hauptzufahrt an der Bergbaustraße die insgesamt fünf Baufenster an der kleinen Verkehrsader und in der Mitte des Baugebietes (Grafik rechts/Alternative) zu erschließen - und damit wenigstens zwei von vier Zufahrten an der Bergbaustraße zu sparen. Auch die dritte Zufahrt zu einem der geplanten Häuser vor dem Gelände der Kreisverwaltung sei verzichtbar. Denn über die kleine notwendige Stichstraße könnten die drei Baufelder am Rand des Wohngebietes bequem mit erschlossen werden.

Der unbefestigte Weg zwischen den beiden Grundstücken Am Steindamm solle als Rad- und Fußweg mit einer Beleuchtung ausgebaut werden. "Das wäre der kurze Weg zum Stadthafen und zur Innenstadt, an dessen Kosten wir als Anlieger auch zu beteiligen wären", argumentiert Kirste. Der Anwohner zeigt sich sicher, dass der Alternativvorschlag auch insgesamt kostengünstiger ist als die vorgesehene Erschließung im heute zum Beschluss stehenden Bebauungsplan (l).

Bauamtsleiter Carsten Henkel hat den Plan, der die Bürger- und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange bereits durchlaufen hat, im jüngsten Bauausschuss hauptsächlich mit Vorschriften zur Verkehrsführung verteidigt. Demnach ist die Erschließung des Wohnstandortes über die Hauptverkehrsstraße zu realisieren. Und die sei der Steindamm, die Bergbaustraße habe eine höhere "Schutzbedürftigkeit".