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Zeichen des Aufbruchs

Lauchhammer.. Die ersten 50 Jahre als Stadt hat Lauchhammer geschafft. Es war eine Zeit geprägt von Extremen. Der explosionsartigen Entwicklung, bedingt durch die Braunkohleindustrie, folgte nach der politischen Wende genau das Gegenteil. Von Manfred Feller

Die sich immer noch neu orientierende Stadt ist auf der Suche nach ihrem Platz im Bund der europäischen Kommunen. Um der erhofften Entwicklung nach vorn ein sichtbares Zeichen zu geben, werde die Stadt Lauchhammer ihre Auftritte künftig mit einem neuen Logo begleiten. Bürgermeisterin Elisabeth Mühlpforte stellte es, ebenso wie ein neues Image-Video, erstmals während der Festveranstaltung am Freitagabend anlässlich der Verleihung des Stadtrechts vor.
Die schlichte, jedoch reich interpretierbare grafische Darstellung des Aufbruchs beinhalte die Drehung als Zeichen der Bewegung. Der untere Bogen erinnere an schwere Maschinenteile und assoziiere Tradition, Bodenständigkeit, Zusammenhalt und Schutz. Der oben offene Bogen stehe für Schwung, Aufbruch und Mut.
Flankiert werden soll dieses neue Symbol für Lauchhammer von einem Stadtentwicklungskonzept, das gegenwärtig erarbeitet werde. Dahinein fließen die wesentlichen Inhalte von nicht weniger als 40 Analysen, Konzepten und Gutachten, die seit der Wende erarbeitet worden sind und viel Geld gekostet haben.
Den Festgästen kündigte die Bürgermeisterin an, dass es in Lauchhammer in den nächsten Jahren mit den Investitionen nicht mehr so rasant weitergehen werde. Ihre Rede war auch ansonsten ein sachlicher Rückblick auf die wechselvolle Historie und endete in einer nüchternen Bestandsaufnahme mit verhaltenem Optimismus, Bürgerappell und ohne kämpferische Momente.
Auch Stadtverordnetenvorsteher Detlev Pelinski strahlte mit seinen Worten wenig Zuversicht aus. Er erinnerte an die wichtigsten Entscheidungen der bislang drei gewählten Parlamente und bedauerte, dass die Abgeordneten aus der Finanznot heraus für Dinge die Hand heben müssen, die sie eigentlich gar nicht wollen.
Für Landrat Holger Bartsch, dem dritten und letzten Festredner an jenem Abend mit reichlich Klaviermusik von Franz Schubert, einem Glas Sekt und Chips als Zeichen der Sparsamkeit, ist die Stadt Lauchhammer das Symbol schlechthin für den Wandel. Sie habe ihn erlitten und gestaltet und werde ihren Weg gehen. Das hörte sich schon besser an.
Eine schöne Geste: Wolfgang Conrad, Kurzzeit-Bürgermeister von 1992 bis 1994, wünschte der Stadt eine gute Zukunft, die leider nicht allein in ihrer Hand liege.