Der Ernstfall muss immer einkalkuliert werden: Wenn im Kulturhaus in Lauchhammer-Mitte während einer abendlichen Veranstaltung plötzlich ein Stromausfall eintreten würde, dann könnten die Menschen im Saal derzeit die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Das könnte schlimmste Folgen für Leib und Leben von Menschen haben – und darf aus Gründen der Sicherheit niemals eintreten, so fordern es die Vorschriften des Bauordnungsrechtes für öffentliche Gebäude.

Defekt an der Notbeleuchtungsanlage

Dass die Stadt Lauchhammer dieses Zappenduster-Szenario für ihr Kulturhaus nun überhaupt durchspielen muss, daran ist die defekte Notbeleuchtungsanlage im Saal und den Nebenräumen des Kulturhauses an der Kleinleipischer Straße schuld. „Aufgrund dieses Defektes ist die Nutzung des Kulturhauses in Lauchhammer-Mitte nur noch eingeschränkt möglich“, bestätigt Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos).

Die Hochzeitsmesse war die vorerst letzte Veranstaltung

Zur bislang allerletzten öffentlichen Veranstaltung in dem städtischen Kultur- und Versammlungstempel – das war die diesjährige Hochzeitsmesse in Lauchhammer Ende Januar – hatte das Problem schon die Runde gemacht. Für die nächsten Monate sind vorerst nun keine weiteren kulturellen Veranstaltungen mehr in dem Gebäude geplant, teilt Rathaus-Sprecher Heiko Jahn mit. Zumindest nicht zu solchen Uhrzeiten, in denen kein Tageslicht durch die Fenster dringen kann. Und auch die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung müssen andernorts stattfinden. Das gilt schon für die am 12. Februar nötig gewordene Sondersitzung des Stadtparlamentes, die nunmehr im Speisesaal des Rathauses stattfinden wird.

Nach Angaben von Bürgermeister Pohlenz wird in der Stadtverwaltung gegenwärtig ein Maßnahmeplan zur Beseitigung dieser Störung an der Notbeleuchtung erarbeitet. Wie groß der Umfang und die Kosten für die Sanierung an Elektrik und Beleuchtung sein werden, dazu gibt es bislang allerdings noch keine Aussagen von der Stadtverwaltung.

Haushaltsplanung in Lauchhammer erst im Gange

Das Dilemma rund um die Notbeleuchtung ist für die Stadt jedoch nicht ganz überraschend gekommen. Schon seit einigen Jahren gab es für den Sicherheitsmangel offenbar immer wieder Sonder- und Ausnahmegenehmigungen, die nun aber abgelaufen sind. Jetzt fällt das kostspielige Problem mitten in die schwierigen Planungen für den neuen Stadthaushalt 2020/21.