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Lausitzer Störche
Wormlager Storch übersteht den frostigen Monat März

Wormlage/Lauchhammer. Bislang ist ein Storch im Raum Senftenberg eingetroffen. Andere Zugvögel kehren schon zurück. Von Torsten Richter-Zippack

Ein tapferer Geselle ist der Wormlager Storch. Bereits am 10. März hat ihn der Sedlitzer Ornithologe Heiko Michaelis erstmals gesehen. Das war noch vor dem Märzwinter, der am vergangenen Wochenende mit Schnee und zweistelligen Minustemperaturen zugeschlagen hatte. Doch der Rotstrumpf scheint das kalte Wetter unversehrt überstanden zu haben. „Der Storch vom Horst an der Dollenchener Straße ist noch immer vor Ort“, sagt die Großräschener Stadtsprecherin Kati Kiesel.

Ansonsten sind mit Stand 23. März noch keine weiteren Adebare in der Senftenberger Region eingetroffen, sagt Storchenvater Werner Blaschke aus Lauchhammer. Ungewöhnlich sei dies nicht. „Wir befinden uns im normalen Zeitrahmen“, weiß Blaschke. Im vergangenen Jahr traf der erste Storch im südlichen OSL-Kreis am 26. März ein, damals in Lindenau. Insgesamt waren anno 2017 in der Region 13 Horste besetzt. In zwölf Storchenfamilien gab es 34 Nestjunge.

Laut Werner Blaschke bildet das Wetter entlang der Zugrouten der Störche die maßgebliche Rolle, wann die Rotstrümpfe in der Lausitz eintreffen. Das heimische Wetter sei dabei eher zweitrangig. Wenn es aufgrund der niedrigen Temperaturen bislang kaum Frösche gibt, würden die Rotstrümpfe eben mit Mäusen vorlieb genommen. „Die Störche werden also nicht verhungern“, stellt Blaschke klar.

Längst kehren auch viele weitere Zugvögel in die Lausitz zurück. Allerdings hatten auch Drosseln und Lerchen mit dem langen Winter zu kämpfen. „Ich habe die Tiere geschwächt an eisfreien Orten gesichtet“, sagt Heiko Michaelis. Kurios: Aufgrund der niedrigen Temperaturen mussten bereits zurückgekehrte Kiebitze wieder nach Westen ausweichen. „Ich habe die Trupps über dem Sedlitzer See gesehen“, so Michaelis. Jetzt rechnet der Experte mit der baldigen Rückkehr der Kiebitze.