ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:37 Uhr

Bürgerbeschwerde
Der Wormlitzpark wird zu Wald

 Blick von der Brücke über den sanierten Teich im Wormlitzpark zum kleinen Festplatz.
Blick von der Brücke über den sanierten Teich im Wormlitzpark zum kleinen Festplatz. FOTO: Kati Kiesel/Stadt Großräschen
Wormlage. Bernd Heidenreich moniert, dass das Wormlager Parkensemble heruntergewirtschaftet wird. Die Stadt Großräschen verweist auf ihr Parkkonzept. Von Torsten Richter-Zippack

Spricht Bernd Heidenreich über den Wormlitzpark, wird er traurig und wütend zugleich. „Im Internet wirbt die Stadt Großräschen mit einer sehenswerten Parkanlage in ihrem Ortsteil Wormlage. Doch welches Bild bietet sich vor Ort? Alles ist herunter gewirtschaftet. Überall warnen Schilder, dass das Betreten auf eigene Gefahr erfolge. Alles präsentiert sich ungepflegt. Was ist nur aus diesem Kleinod geworden?“

Heidenreich, der in Finsterwalde wohnt, sagt, dass sich der Park noch vor rund 20 Jahren wesentlich gepflegter als heute gezeigt habe. Bei seinem jüngsten Besuch im vergangenen Frühjahr war er mehr als enttäuscht. „Das kleine Schmuckstück gibt es nicht mehr.“ Der Sängerstädter beschwerte sich daraufhin bei der Stadtverwaltung, habe aber bis heute keine Antwort erhalten. „Auch so ein Verhalten ärgert mich“, lautet Heidenreichs Kommentar.

Nach Angaben von Rathaussprecherin Kati Kiesel ist bereits im Jahr 2012 durch die IBA-Stadt und ein Büro für Landschaftsarchitektur ein Parkentwicklungskonzept erstellt worden. „Im Ergebnis wurde der hintere Bereich mit dichtem Baumbestand, vor allem Rotbuchgen, in einen Erholungswald umgewandelt. Dort können die Besucher beobachten, wie sich die Natur das Gebiet zurückerobert“, erklärt Kiesel. Für entsprechende Arbeiten sei die Forstverwaltung zuständig.

In den übrigen Parkbereichen können im Rahmen des städtischen Haushaltes nur Sicherungsarbeiten durchgeführt werden. Dazu gehöre eine regelmäßige Baumkontrolle. „Die Stadt Großräschen hält immer die Augen nach entsprechenden Fördermöglichkeiten offen“, sagt Kati Kiesel. Indes werden die Ansprüche der Ökologie und der Erholung gleichwertig behandelt.

Bereits im Jahr 2016 hatte sich Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) bei einem Windparkbetreiber, bei der Naturschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz sowie bei den Förstern dafür eingesetzt, dass im Jahr 100 000 Euro der geforderten Umweltschutz-Ausgleichsmaßnahmen des Windparks Chransdorf-West für Pflegemaßnahmen im Wormlager Gutspark zur Verfügung gestellt wurden. In diesem Rahmen erfolgte die Sanierung des großen Parkteiches, die Wiederherstellung der Parkentwässerung sowie die Gehölzpflege.

Da fortan mehr Licht den Teich erreicht, eignet sich das Gewässer jetzt besser zum Ablaichen der Amphibien. Nicht zuletzt wurde die Sichtachse zwischen beiden Teichen wiederhergestellt.

Für den vorderen Parkteil, also die Veranstaltungsflächen, das Bürgerhaus und den kleinen Teich, hat der Wormlager Dorfklub bereits im Jahr 2002 die Pflege übernommen. „Das ist eine Verfahrensweise, die auch in anderen Ortsteilen sehr gut funktioniert“, kommentiert Kati Kiesel. Tatsächlich gibt es regelmäßige Arbeitseinsätze, beispielsweise im Frühjahr sowie nach den sommerlichen Dorffesten. Die Stadt unterstütze dabei mit Technik, Pflanzen, Geld, Reparaturen an Geräten, Grünschnitt-Containern und der Leerung der Papierkörbe. „Zusätzlich werden durch das Rathaus Baumkontrollen, regelmäßige Rückschnitte an den Kopflinden und weitere sicherheitsrelevante Pflegearbeiten durchgeführt.  Indes hat der Ortsteil im Jahr 2016 mit kommunalem Zuschuss einen neuen Rasentraktor zur Pflege des Sportplatzes gekauft.

Dass ein Teil des Parks jetzt Wald werde, ist für die neue Ortsvorsteherin Lubina Maria Kühne „nicht so verkehrt“. Denn „müssten wir alles pflegen, würde dies unsere Kräfte und finanziellen Mittel übersteigen.“ Kühne sagt aber auch, dass es, wenn es Beschwerden gibt, sich der Ortsbeirat mit der Thematik beschäftigen werde.

 Blick von der Brücke über den sanierten Teich im Wormlitzpark zum kleinen Festplatz.
Blick von der Brücke über den sanierten Teich im Wormlitzpark zum kleinen Festplatz. FOTO: Kati Kiesel/Stadt Großräschen