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Geschichten des Jahres 2017
Wolfshunde-Zucht zieht vor Gericht

Das Ehepaar Rupp aus Lindchen betreibt ihr Gewerbe auch ohne tierschutzrechtliche Erlaubnis.
Das Ehepaar Rupp aus Lindchen betreibt ihr Gewerbe auch ohne tierschutzrechtliche Erlaubnis. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Das Ehepaar Rupp aus Lindchen betreibt sein Gewerbe auch ohne tierschutzrechtliche Erlaubnis.

Wolfshunde-Zucht steht vor dem Aus – mit dieser Schlagzeile hatte die RUNDSCHAU vor einem Jahr getitelt, als das Veterinäramt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz die tierschutzrechtliche Genehmigung für das Gewerbe aufhob. Robert Rupp habe grob fahrlässig gegen tierschutzrechtliche Vorschriften verstoßen, heißt es in dem elfseitigen Bescheid, der der Redaktion vorliegt. Aus Behördensicht geht es um eine fehlende Zulassung, um zu wenig Betreuungspersonal und um den Zustand der Einrichtung. Doch das Ehepaar Rupp wehrt sich gegen die Vorwürfe, betont, dass es sehr wohl eine Zulassung besitzt. Es legt Widerspruch ein, der aber abgewiesen wird. Nun klagen die Rupps vor Gericht. Das bestätigt auch eine Kreissprecherin.

Den Betrieb auf dem Gehöft in Lindchen bei Neupetershain haben die Rupps wegen des Bescheids nicht eingestellt. Im Gegenteil. „Wir sind nun ein anerkannter Ausbildungsbetrieb der IHK“, teilt Jaennette Rupp mit. Zwei Mitarbeiter gebe es mittlerweile „und noch viele Leute, die uns immer wieder helfen und zur Hand gehen“. Mitte des Jahres erfüllen sich die Rupps sogar ihren lang ersehnten Wunsch: Sie gründen den Verein Wolfshundezentrum. Vor drei Jahren sind sie dafür extra von Marxdorf (Elbe-Elster), wo sich die Zucht mitten im Ort befand, nach Lindchen gezogen.

Ende September organisieren sie ein Wolfshundetreffen und stellen kurze Zeit später ein ungewöhnliches Fotoshooting im Kromlauer Park auf die Beine. Die Fotografin Madeleine Sixtus setzt dabei Hund und Mensch vielfältig in Szene. Junge Frauen in fantasievollen Kostümen schmiegen sich dabei an den von den Rupps erschaffenen Marxdorfer Wolfshunden. Die vom Internationalen Hundeverband anerkannte Rasse ist eine Mischung des Weißen Schäferhundes und des Saarlooswolfshundes.

Aktuell haben die Rupps insgesamt 36 Hunde, 15 davon sind jedoch alte Hunde. Elf Zuchthündinnen sorgen derzeit für den Nachwuchs. Es gebe viel zu tun. Geplant sei die Weiterentwicklung einer Hundeschule. „Wir wollen Menschen mit Ängsten vor Hunden helfen, ihre Angst zu besiegen“, erklärt Jeannette Rupp, die seit ihrem siebenten Lebensjahr an den Rollstuhl gebunden ist. Geplant sei zudem der Bau eines windgeschützten und überdachten Trainings- und Welpenspielplatzes für die Wintermonate. Auch ein Fotoshooting sowie ein Wolfshundetreffen sollen wieder stattfinden. „Unsere Zucht wird weitergehen“, gibt sich die 37-Jährige kämpferisch.

Foto-Shootings mit den Marxdorfer Wolfshunden sind beliebt geworden.
Foto-Shootings mit den Marxdorfer Wolfshunden sind beliebt geworden. FOTO: Madlen Sixtus / Jeannette Rupp