ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:04 Uhr

Landesumweltamt
Wolf von Lipsa wurde überfahren

Ein toter Wolf liegt mit zwei Schussverletzungen an der brandenburgischen Grenze zu Sachsen.
Ein toter Wolf liegt mit zwei Schussverletzungen an der brandenburgischen Grenze zu Sachsen. FOTO: --- / dpa
Senftenberg. Der mit Schussverletzungen an der Landesgrenze bei Lipsa (OSL) gefundene Wolf ist nicht an den Schüssen gestorben. Das teilt das Landesumweltamt auf Nachfrage mit. Das Tier sei überfahren worden. Die Tierschutzorganisation Peta setzt dennoch eine Belohnung für Hinweise aus. Von Torsten Richter-Zippack und Bodo Baumert
Torsten Richter-Zippack

Der tote Wolf war am Freitag mit zwei Schussverletzungen an der brandenburgischen Grenze zu Sachsen entdeckt worden. Ein Revierförster hatte das Tier am Ruhlander Schwarzwasser gefunden und die Polizei informiert.

Der Wolf sei durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Darauf deute die Fraktur der Schädelbasis mit nachfolgenden Blutungen hin. Das hat die erste Überprüfung des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) ergeben, teilt Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt (LfU) auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. Der Kadaver war zur Untersuchung ins IZW verbracht worden.

Die beim Tier festgestellten Schussverletzungen seien indes älteren Datums. Der Graupelz war am rechten Bein sowie linksseitig neben dem Kreuzbein mit Schrot beschossen worden, heißt es im Bericht.

Nach dem Verkehrsunfall auf der Straße zwischen Lipsa und Zeisholz sei das Tier höchstwahrscheinlich nicht sofort tot gewesen. Es konnte sich noch von der Fahrbahn zum nahen Ruhlander Schwarzwasser schleppen, wo es dann verstorben ist. Es handele sich um ein junges weibliches Tier.

Inzwischen hat die Polizei in Brandenburg und Sachsen die Ermittlungen aufgenommen. Wird der Täter ermittelt, drohe diesem eine Haft- oder Geldstrafe bis 50 000 Euro. Seit dem Jahr 2000 sind laut LfU in Brandenburg neun erlegte Wölfe bekannt geworden. Bisher wurde nur in einem Fall der Täter ermittelt. Das Strafverfahren läuft noch.

Die Tierschutzorganisation Peta hat eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die den Schützen überführen, ausgelobt. Zeugen, die Informationen zu diesem Fall beisteuern können, sollen sich per E-Mail oder telefonisch unter 01520 7373341 an die Tierrechtsorganisation oder direkt an die Polizei wenden.