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Wolf versetzt die Dorfbewohner in Sorge

Der Wolf hat in Frauendorf zugeschlagen.
Der Wolf hat in Frauendorf zugeschlagen. FOTO: sam1
Frauendorf. Die beiden zerfetzten Schafe, die am Freitag im Frauendorfer Teichgraben gefunden wurden, sind mit größter Wahrscheinlichkeit einem Wolf zum Opfer gefallen. Ein Experte hat an den getöteten Nutztieren am Sonnabend für das Raubtier typische Kehlbisse festgestellt. Kathleen Weser

Ein kleines Lamm, das ebenfalls vermisst wird, muss vom eingezäunten Grundstück in den nahen Hochwald geschleppt worden sein. Auch Losungen (Kot) des Wolfes wurden hier gefunden.

Der Räuber hatte dem Eigentümer des Gehöftes zufolge einen elektrisch akkurat gesicherten Wildzaun überwunden. Das Schafjunge wurde bereits in der Abenddämmerung vermisst. Die erwachsenen Schafe waren am Morgen verschwunden.

Dorfbewohner sind in Sorge. Berichtet wird: Ein einzelner Wolf, vermutet wird ein Rüde, komme der Wohnsiedlung Frauendorf sehr nahe und zeige dabei gegenüber den Menschen nicht die Scheu, mit der das Raubtier als naturgemäß ungefährlich beschrieben wird. Zwischen Kroppen und Frauendorf, an der Autobahn und bei Jannowitz haben Wölfe auch angesichts sich nähernder Fahrzeuge nicht - wie erwartet werden sollte - die Flucht ergriffen. Selbst am Tage.

In der Nacht, in der die Schafe in der Ortslage von Frauendorf gerissen wurden, ist auf dem Hof ein Polterabend mit vielen Gästen bei Licht und Musik gefeiert worden.

Befürchtet wird: Die Raubtiere ohne natürliche Feinde passen sich der Kulturlandschaft stark an. Und die Population wachse. Dass die Jungtiere naturgemäß wie nach dem Lehrbuch abwandern, wird bezweifelt. In Brandenburg hat sich die Zahl der Nutztierrisse vom Jahr 2015 zum Jahr 2016 weit mehr als verdoppelt. Mehr als die Hälfte werden dem Wolf zugeordnet. Klassische Opfer: Schafe. Auch die nachgewiesenen Angriffe auf Rinder sind stark angestiegen. Noch vor wenigen Jahren war behauptet worden, dass Wölfe den Kühen und Kälbern auf den Weiden überhaupt nicht zu nahe kämen. Ebenso wenig töte Isegrim sinnlos. Er reiße hungrig auf der Jagd nicht mehr als ein Tier. Das Land hat im Jahr 2016 mit etwa 45 000 Euro mehr als das Dreifache der beiden Vorjahre an Entschädigungen gezahlt.