ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 03:01 Uhr

Wohnanlage auf ungewöhnlichem Untergrund

Verwundert, aber freudig überrascht, zeigte sich Thomas Wilde darüber, dass der Flächenkauf für den Bau des "Wohnhafens Scado" am Südufer des Geierswalder Sees doch noch in diesem Jahr geklappt hat. Sein Unternehmen, die St 37 Wilde & Wilde GbR, plant, dort 20 schwimmende Häuser auf dem See sowie zehn weitere Ferienhäuser an Land zu errichten. Von Anja Wallner

Noch im Sommer hatte der Investor prognostiziert, dass sich 2008 in puncto schwimmende Häuser nichts mehr bewegen würde. "Nun sind die Verkaufsverhandlungen innerhalb von zwei Monaten über die Bühne gegangen." Mit am Tisch saßen Vertreter des Bergbausanierers LMBV, dem bisherigen Eigentümer der betreffenden 1,3 Hektar großen Fläche und des Freistaats Sachsen, in dessen Besitz das Gewässer nach Abschluss der Sanierung gehen wird. "Das Thema kreiselt schon so lange herum", so Wilde, der sein Projekt schon vor vier Jahren vorgestellt hatte. "Langsam war es wirklich nervig." Zumal die Interessenten gewartet hätten, "dass jetzt endlich mal ein Beweis erbracht wird."

Auf dem Papier und im Internet war der Wohnhafen schon lange in den schönsten Farben beschrieben worden. Deshalb hatte sich der Geschäftsführer der Wilde Metallbau GmbH mit Sitz in Massen (Brandenburg) bewusst mit Äußerungen zum Start seines Projekts zurückgehalten.

Konkret möchte Thomas Wilde im zeitigen Frühjahr beginnen, das "Herzzentrum" des Wohnhafens am Ufer zu bauen und das Gelände zu erschließen: Eine Straße muss her, die Ver- und Entsorgung der Anlage gewährleistet werden. "Eben alles, was zum Hausbau gehört", meint der Investor, für den das Projekt kein wirkliches Neuland ist, auch, wenn der Bauuntergrund doch eher ungewöhnlich anmutet. "Die Fundamente sind eben keine Bodenplatten, sondern Pontons." Auf diesen Konstruktionen werden die an Land montierten Häuser später im Wasser schwimmen. Vier Wochen, schätzt der Investor, dauert die Montage für ein Haus. Den ersten Stapellauf peilt er für April an. Ein Kran wird das Gebäude mittels einer Traverse auf den Ponton heben, und zwei Boote ziehen diesen dann samt Haus an den vorgesehenen Platz auf dem Wasser. "Die Hausmontage erfolgt auf befestigtem Gelände am Ufer, ein ganzes Stück vom Standort des Wohnhafens entfernt", erklärt Thomas Wilde. Läuft alles nach Plan, wird der Prototyp am 15. Mai eröffnet, dann laut Thomas Wilde aber mit Pauken und Trompeten.

Auch der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark zeigte sich erfreut, dass es "zum ersten Mal gelungen ist, Flächen unmittelbar am See" zu verkaufen. Für Investitionen sei dies der wichtigste Punkt. "Unsere nächste Aufgabe ist es, uns an den Bebauungsplan heranzutasten."