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| 18:38 Uhr

Wochenmärkte sind groß in Mode

Senftenberg. Der Gulaschkanonen-Mann vom Senftenberger Wochenmarkt hat am stürmischen Dienstag zwar weniger seiner selbst gemachten Suppen verkauft. Mit dem Geschäft ist Thomas Hauptvogel trotzdem zufrieden. Jan Augustin

"Es läuft sehr gut", sagt der 37-Jährige. Vor einem Jahr hat sich der Lauchhammeraner als Genussdienstleister selbstständig gemacht. Er verkauft auf Märkten, kocht aber auch für Events und bietet Partyservice an. Dass ein neuer Betreiber ab März den Senftenberger Wochenmarkt leitet, hat sich längst herumgesprochen. "Veränderungen können auch positiv sein. Vielleicht ist frischer Wind nicht schlecht?", sagt Thomas Hauptvogel.

Rico Simolke, der neue Betreiber der Wochenmärkte in Senftenberg und Hosena, wird das gerne hören. Denn der 30-Jährige hat für die nächsten Monate eine "komplette Umstrukturierung" angekündigt. Er will viele Themenmärkte anbieten, "um auch junge Leute auf den Markt zu locken". Simolke denkt da zum Beispiel an einen Apfel- oder Gourmetmarkt, wie er ihn zum Beispiel in Klein Machnow etabliert hat. Seit zehn Jahren ist der gelernte Bürokaufmann Rico Simolke im Geschäft. Er betreibt Märkte unter anderem in Eichwalde, Königs Wusterhausen und Treuenbrietzen. Der Senftenberger Standort habe viel Potenzial. "Von der Lage her ist das optimal", sagt er.

Für den Aufbau schwirrt Rico Simolke eine weitere Idee durch den Kopf. Für mehr Übersicht und einen Wohlfühleffekt will der Jungunternehmer den Markt in Senftenberg künftig anders gestalten - mit einem Außenring und zwei Mittelgängen in der Mitte. Um den Sinn zu verdeutlichen, zitiert der Zeesener seinen Vater, der ebenfalls seit Jahren erfolgreicher Marktbetreiber ist: "Der Markt muss vorne aufsaugen und hinten ausspucken", erklärt er.

Notwendig geworden ist der Betreiberwechsel nach Querelen mit der Deutschen Marktgilde. Die eingetragene Genossenschaft habe mehrfach Probleme gehabt, die von der Stadt Senftenberg verlangte Pacht von monatlich 3500 Euro zu begleichen, erklärt Sachgebietsleiterin Katrin Schirok. Nach der Kündigung durch die Marktgilde im vorigen Jahr hat die Stadt die Wochenmärkte neu ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt schließlich nicht die Marktgilde, sondern Rico Simolke. In den nächsten Wochen will er sich mit den bestehenden Händlern unterhalten und gemeinsame Ideen entwickeln. An den Erfolg seiner Wochenmärkte glaubt er ganz fest. "Der Trend zu mehr Regionalität und Qualität ist spürbar", sagt er.

Das bestätigt auch Ruhlands Amtsdirektor Roland Adler. Der "sehr gut" angenommene Wochenmarkt am Mittwoch diene als Kommunikationszentrum. Als sozialen Treffpunkt bezeichnet auch Großräschens Ordnungsamtsleiterin Susanne Schapp den Wochenmarkt am Dienstag und am Donnerstag in ihrer Stadt. Die Märkte in Lauchhammer auf dem Dierich-Heßmer-Platz am Dienstag und am Freitag sind ebenfalls beliebt und gut besucht, bestätigt Stadtsprecherin Rotraud Köhler. Wochenmärkte im Oberspreewald-Lausitz-Kreis gibt es zudem in Schwarzheide, Vetschau, Calau, Ortrand und Lübbenau.

Zum Thema:
Mit den neuen Heimatmärkten hat die Initiative "Regional geMacht" im vergangenen Jahr in Spreewaldkommunen Erfolg gehabt. Der stark auf das Regionale getrimmte Markt an einem oder zwei bestimmten Terminen fand bereits in Vetschau statt. In diesem Jahr ist auch Calau mit in den Terminkalender aufgenommen worden. "Mit dem Konzept, heimische Produkte auf regionalen Märkten anzubieten, setzen wir auf den Trend, dass Regionalität als Verkaufsargument stetig an Bedeutung gewinnt", sagt Nadin Kilian, Handelsreferentin der IHK Cottbus. Die Standgebühren für die Händler sind mit zwei Euro pro laufenden Meter sehr gering.