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Wo Spatz und Simson zu neuen Ehren kommen

Die Moped-Jugend Niederlausitz bei ihrem ersten eigenem Mopedtreffen in Klettwitz.
Die Moped-Jugend Niederlausitz bei ihrem ersten eigenem Mopedtreffen in Klettwitz. FOTO: Mirko Sattler
Klettwitz. Obwohl sie schon bis zu einem halben Jahrhundert auf dem Buckel haben, sind sie aus dem Blickfeld noch nicht wegzudenken. Die Rede ist von Zweirädern aus der Zeit des Sozialismus. Mirko Sattler

Eine kleine Clique aus Klettwitz hat sich ihnen nun verschrieben.

"Viele Jugendliche haben von der Familie eine Ostmaschine bekommen und wollten nicht allein durch die Gegend fahren. Deshalb haben wir eine Interessengemeinschaft gegründet, in der wir gemeinsam unsere Maschinen zeigen und gemeinsame Ausfahrten machen können", erklärt Maximilian Miersch.

Der 18-Jährige hat einen "Spatz" aus dem Jahr 1964 geschenkt bekommen und zudem von der Mutter eine Simson S 51 "geerbt". "Der Spatz ist mitten im Aufbau, und bei der S51 brauchte ich nicht viel zu machen. Ersatzteile gibt es noch auf diversen Märkten, doch die Preise gehen nach oben", merkt der Klettwitzer an.

Genauso wie die Ersatzteilpreise, so gehen nach Aussage von Maximilian Miersch die Preise für ganze Fahrzeuge nach oben. "Unter 1000 Euro ist in der Regel nichts mehr zu bekommen. Am beliebtesten sind S 51 und Schwalbe. Hier gehen die Preise bis zu 2000 Euro hoch", so Miersch weiter.

Sieben Mitglieder zählt derzeit die Interessengemeinschaft "Moped-Jugend Niederlausitz". Der Älteste ist dabei Hendrik Adamzig. "Ich durfte bei den Jugendlichen mitmachen", scherzt der Schwarzheider. Mit seiner MZ hat er die wohl PS-stärkste Maschine.

"Seit einem Monat fahre ich nun eine MZ ETZ 150. Früher bin ich Simsonroller gefahren, den wir verkauft haben, aber gleichzeitig wieder einen anderen Roller für meine Frau gekauft", so der 42-Jährige, der genau solch eine Maschine, wie er heute wieder besitzt, schon als 16-Jähriger fuhr. Wenn man genügend Geld habe, finde man nach Aussage von schon Hendrik Adamzig noch recht brauchbare Maschinen auf dem Markt. Rund 2500 Euro müsse man aber einplanen. Er selbst hat seine Maschine von einem Liebhaber aus Lauchhammer abgekauft, da der auf Trabant umgestiegen ist.

Da die Moped-Jugend ihr erstes Mopedtreffen veranstaltete, wussten sie am Samstagvormittag noch nicht, wie viele Gleichgesinnte zur großen Ausfahrt eintreffen werden.

"Über die sozialen Medien haben sich bis zu 400 Leute dafür interessiert. Wir lassen uns überraschen, ob es mehr Maschinen werden als unsere gerade ausgestellten", sagt der Chef der Interessengemeinschaft. Sie trifft sich regelmäßig in ihrem Raum im Haus der Möglichkeiten trifft. Zum Saisonende wollen die Jugendlichen ein erneutes Treffen organisieren.